Das Unternehmen K&S aus Kassel will nun doch mehr Salz in die Werra und damit auch in die Weser einleiten, als im Masterplan vereinbart worden war. Foto: Archiv

Das Unternehmen K&S aus Kassel will nun doch mehr Salz in die Werra und damit auch in die Weser einleiten, als im Masterplan vereinbart worden war. Foto: Archiv

Landkreis 08.06.2020 Von Die Harke

„Maßnahmen sind unzureichend“

K&S will mehr salzhaltige Abwässer in Werra einleiten als vereinbart / Völlers und Keul kritisieren Firma

Im April hat das Bergbauunternehmen K+S beim Regierungspräsidium Kassel erneut einen Antrag gestellt, bis 2027 größere Mengen salzhaltiger Abwässer in den Fluss einzuleiten zu dürfen.

Dies geschah, obwohl im Masterplan „Salzreduzierung“ eine klare Reduzierung durch alternative Maßnahmen vereinbart worden war. Das teilen die beiden Bundestagabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und Katja Keul (B90/Grüne) mit.

Sie zeigen sich entsetzt über die Entwicklung: „Seit vielen Jahren wird über die Möglichkeiten der Verbesserung der Wasserqualität der Weser und ihrer Zuflüsse gesprochen. Allen Beteiligten ist klar, dass wir zeitnah eine Verbesserung der Wasserqualität erreichen müssen“, so Völlers. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Keul spricht sie sich noch einmal deutlich für diese Zielsetzung aus.

Der Masterplan Salzreduzierung gebe für den Zeitraum von 2015 bis 2021 klare Zielformulierungen für die Wasserqualität in Weser und Werra vor und beschreibt, wie die Zielwerte hinsichtlich der Salzbelastung erreicht werden sollen. Keul kritisiert das einleitende Unternehmen: „Die bisher vom Unternehmen K+S umgesetzten Maßnahmen sind unzureichend. Ohne Druck durch Anrainer, Kommunen und die Zivilgesellschaft wird sich an dem aktuellen Zustand nichts ändern.“

Die beiden Abgeordneten fordern, dass Maßnahmen zur Reduzierung der Salzbelastung, wie die Nutzung bereits stillgelegter Bergwerke als Lagerstätten für Salzlauge, jetzt von K+S mit Hochdruck geprüft und entwickelt werden sollen, anstatt Anträge auf vermehrte Einträge in Werra und Weser zu stellen. Völlers und Keul erwarten dabei „klare Aussagen, wie beispielsweise das ehemalige Kaliwerk Sigmundshall in Bokeloh im Einklang mit den anliegenden Kommunen Verwendung“ finden könne.

Bereits zu Beginn des Jahres hatten die Abgeordneten diese Möglichkeiten mit Hastes Bürgermeister Sigmar Sandmann beim Neujahrsempfang erörtert. Die Nutzung des Mittellandkanals zum Transport des salzhaltigen Wassers dränge sich als umweltschonende Lösung geradezu auf.

Es gebe somit eine Bereitschaft auf vielen Seiten, sich für eine Verbesserung der Wasserqualität einzusetzen und mitzuwirken. Die Kosten für die Folgenbeseitigung müssten allerdings primär von denen getragen werden, die sie verursachen. „Hier sehen wir vor allem die Firma K&S in der Pflicht. Ein weiter so bis 2028 kann und darf es aus unserer Sicht nicht geben“, so die Abgeordneten.

„Das Treffen der Weserministerkonferenz im August 2020 muss daher politisch klar ausdrücken, mit welchen Maßnahmen die Wasserqualität der Weser endlich nachhaltig verbessert und ein guter ökologischer Gewässerzustand erreicht wird. Es braucht einen klaren Maßnahmenkatalog, der eine Perspektive gibt, wie die Ziele nach 2021 schnellstmöglich erreicht werden können. Es muss 2028 endgültig Schluss mit jeder direkten Einleitung von Produktionsabwässern der Kaliindustrie in Werra und Weser sein. Dafür muss K+S auch weiter alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen“, fordern Völlers und Keul.

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Erstellt:
8. Juni 2020, 17:01 Uhr
Lesedauer:
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