Regina Andresen und Dr. Anario Onyeukwu bitten dringend um Spenden für ein Krankenhaus in Lagos.

Regina Andresen und Dr. Anario Onyeukwu bitten dringend um Spenden für ein Krankenhaus in Lagos.

02.11.2014

Medikamente und Kleidung für Nigeria

Regina Andresen und Dr. Anario Onyeukwu bitten dringend um Spenden für ein Krankenhaus in Lagos

Nienburg. Dr. Anario Onyeukwu, bis vor kurzem Arzt am Nienburger Krankenhaus, und Regina Andresen vom Verein „Menschlichkeit“ rufen dringend zu einer Spendenaktion zugunsten der „Dr. Onyeukwu Klinik“ in Afrika auf. Der heute 51-Jährige kam im Jahr 1979 mit elf Jahren aus Nigeria zu seinem Onkel nach Dortmund. Nach seinem Abitur 1984 studierte er Medizin und ist seitdem Facharzt für Gynokologie und Geburtshilfe. Seit 2004 praktiziert er als Assistenzarzt in der Neurologie, von Oktober 2012 bis September 2014 war er im Nienburger Krankenhaus in der Notfallambulanz tätig. Nun plant er, einen Bus nach Nigeria mit Medikamenten, medizinischen Geräten und Sachspenden für seine Klinik zu verschicken. Unterstützt wird der Nienburger von Regina Andresen. Die Markloherin organisiert seit vielen Jahren Hilfsaktionen für Menschen in Not. Gegenüber der Harke am Sonntag erläutert Dr. Anario Onyeukwu Hintergrund und Ziele seiner Aktion. Dr, Onyeukwu, wie haben Sie Regina Andresen kennengelernt?

Ich hatte von einer Patientin im Nienburger Krankenhaus erfahren, dass Regina Andresen vom Verein Menschlichkeit unentwegt humanitäre Aktionen lokal und international durchführt und dass sie ebenfalls schon einige Male in Afrika war. Wir trafen uns daraufhin, um gemeinsam Projekte für meine – im Aufbau befindliche Klinik – in Nigeria auszuarbeiten.

Welche Maßnahmen sind schon getroffen worden hinsichtlich Ihrer Klinik in Lagos?

Vor zwei Monaten sind wir mit dem Bau der Räume für die „Dr. Onyeukwu Klinik“ fertig geworden. Hier soll in erster Linie die primäre Versorgung erfolgen. Die medizinische Versorgung in Nigeria ist katastrophal. Patienten werden erst behandelt, wenn sie vorab Geld bezahlen. Die meisten Menschen haben kein Geld. Hinzu kommt, dass in Nigeria viele Schmerzmittel gefälscht sind.

Mit den von mir mitgebrachten Medikamenten hatten mein Kollege und ich vor zwei Monaten in Lagos angefangen, die Menschen aus dem Umkreis kostenlos zu behandeln. In meinem Dorf Obegu (Abia State), wo es überhaupt keine ärztliche Versorgung gibt, konnten wir den Menschen durch die Vergabe der Medikamente leider nur kurzzeitig helfen.

Sie schicken demnächst einen Bus nach Nigeria. Was benötigen Sie für Ihre Klinik und im Allgemeinen.

Dr. Onyeukwu: An Medikamenten benötigen wir in erster Linie Antibiotika, Grippetabletten, Ibuprophen, Diclofenac Voltaren Tabletten und Voltaren Salbe, Mittel gegen Durchfall und Erbrechen, Verbandsmittel, Wundspray etc.

Hinsichtlich der Vorsorgemaßnahmen benötigt die Klinik dringend alles, um sich vor Infektionen während der Behandlung mit dem Patienten zu schützen. Zum Beispiel Desinfektionsmittel, Handschuhe, Mundmasken etc. Gerade in Zeiten, wo Ebola die Welt in Schrecken versetzt, sind Vorsorge, Desinfektions- und Hygienemaßnahmen wichtiger denn je.

Auch benötigen wir dringend Blutdruckgeräte, Ultraschall (Sonographie), Zuckermessgeräte und anderes.

Welche Zukunftspläne haben Sie für Ihre Klinik in Lagos/Nigeria?

Mein Kollege vor Ort wird in den Räumen der „Dr. Onyeukwu Klinik“ in Lagos zwei Mal in der Woche für vier Stunden die Patienten behandeln, die kein Geld haben, um zum Doktor zu gehen. Hier wird er die Medikamente verteilen. Im Laufe der Zeit soll es so gestaltet werden, dass die Patienten 50 Prozent der normalen Behandlungskosten zu zahlen haben. Ein ganz wichtiges Anliegen für mich ist, dass wir später in meinem Dorf ebenfalls eine Medizinstation für Präventionsmedizin aufbauen können. Gerade im Dorf benötigen die Menschen unsere Hilfe und Unterstützung jeglicher Art.

Werden noch weitere Sachspenden benötigt?

Die Menschen, die im Dorf leben, benötigen vor allen Dingen alles an Werkzeug. Ebenso sind dringend Fahrräder gefragt sowie Küchenutensilien jeglicher Art und Second-Hand-Kleidung. Dicke Winterjacken oder Stiefel müssen es jedoch nicht sein. Bei uns sinken die Temperaturen im Winter höchstens auf 20 Grad ab.

Haben Sie noch weitere Pläne?

Wir sind auch dabei, Schul-Patenschaften einzurichten. In Nigeria können viele Eltern das Schulgeld nicht bezahlen. Für 20 Euro im Monat kann man einem Kind den Schulbesuch ermöglichen. Durch die heutigen sozialen Medien wollen wir es auch ermöglichen, dass der persönliche Kontakt zum Patenkind aufgebaut werden kann, dem eine schulische Ausbildung ermöglicht werden soll. Nichts ist nachhaltiger in unserer globalisierten Welt, als wenn man Kindern eine schulische Ausbildung geben kann.

Und Regina Andresen ergänzt: Bei allen meinen Besuchen in Westafrika habe ich erfahren, dass viele Menschen unendlich dankbar sind, wenn sie durch unsere kleinen Sachspenden unterstützt werden. Aus der Sicht der ‚Nachhaltigkeit‘ sieht der Verein Menschlichkeit die Zusammenarbeit mit Dr. Onyeukwu und dem Aufbau der „Dr. Onyeukwu Klinik“ in Lagos sehr positiv. Bei dieser Spendenaktion wird auch deutlich, wie vielfältig die Hilfe in Nigeria eingesetzt werden kann. Alle Sachspenden werden von Dr. Onyeukwu selbst in Nigeria in Empfang genommen und von ihm dort von Hand zu Hand weitergegeben. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ sollen auch dieses Mal Werkzeuge aller Art nach Nigeria geschickt werden. Die Menschen können dort alles gebrauchen.

Wo können die Spenden abgegeben werden und wie kann die Kontaktaufnahme erfolgen?

Wir würden uns freuen, wenn sich auch Helfer meldeten, um die Spenden hier vor Ort zu sortieren. Wir benötigen Hilfe für ca. vier Stunden ein Mal die Woche. Die Spenden sollen gleich sachgemäß zusammengestellt und verpackt werden, damit sie in Nigeria an den entsprechenden Stellen verteilt werden können. Dringend benötigt werden aber auch Geldspenden. Der Transport des Busses ksotet etwa 1000 Euro, in Nigeria fallen dann noch einmal 2000 Euro für den Zoll an.

Zu erreichen ist Dr. Onyeukwu unter 0172/31 95 078. Regina Andresen bittet um Kontaktaufnahme unter der Emailadresse e-mail: humanityfirst@hotmail.com.

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Erstellt:
2. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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