Die Tierärzte Dr. Florian Brandes und Karolin Schütte beim Einfangen eines Waschbären. Foto: Ursula Bauer, „Aktion Tier“

Die Tierärzte Dr. Florian Brandes und Karolin Schütte beim Einfangen eines Waschbären. Foto: Ursula Bauer, „Aktion Tier“

Sachsenhagen 21.01.2021 Von Die Harke

Meerkatzen und Waschbären gerettet

Tiere lebten unter katastrophalen Bedingungen / Unterbringung in Schutzstation Sachsenhagen

Mehrere Affen und Waschbären aus dem Zoo in Nauen in Brandenburg befinden sich seit wenigen Tagen in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Nach Angaben der Einrichtung war die Haltung der mehr als 60 Tiere zuvor katastrophal gewesen.

Mitarbeiter des Vereins „Aktion Tier“, Projektpartner der Wildtier- und Artenschutzstation, hatten im Herbst 2020 die Einrichtung am Rande der Stadt Nauen besucht und seien über die dort herrschenden Zustände entsetzt gewesen.

Der Zoo in Brandenburg glich einer Müllhalde

Am vergangenen Freitag wurde die katastrophale Tierhaltung im Zoo Nauen durch Vertreter des Veterinäramtes des Landkreises Havelland beendet, heißt es von der Wildtierstation. Das gesamte Areal hätte einer Müllhalde geglichen und kaputte Spielgeräte, Gerümpel, Unrat und Abfall hätten das Bild dominiert.

Das Gehege der Grünen Meerkatzen in dem Zoo im brandenburgischen Nauen war mit Plastikmüll übersät. Foto: Ursula Bauer, „Aktion Tier“

Das Gehege der Grünen Meerkatzen in dem Zoo im brandenburgischen Nauen war mit Plastikmüll übersät. Foto: Ursula Bauer, „Aktion Tier“

„In alten, martialisch wirkenden Gehegen wurden unter anderem Gänse, Enten, Hühner, Kaninchen, Affen und Waschbären gefangen gehalten. In zwei Freiläufen fristeten außerdem kleinwüchsige Hausschweine, Ponys, Esel und Ziegen ihr alles andere als artgerechtes Leben“, sagt der Fachtierarzt für Wildtiere und Artenschutz, Dr. Florian Brandes.

„Dauerhaft hohes Gesundheitsrisiko“ für Tiere wegen fehlender Hygiene

Teilweise seien viel zu viele Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht gewesen. „Bei Regen weichten die Gehegeböden auf und die Tiere mussten im mit Exkrementen vermischten Matsch waten. Durch die unhygienischen Zustände bestand ein dauerhaft hohes Gesundheitsrisiko“, so der Veterinär. Zusammen mit seiner Kollegin Karolin Schütte fing er die Affen und Waschbären ein und brachte diese nach Sachsenhagen.

Eine gerettete Grüne Meerkatze bei der Eingangsuntersuchung in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen.  Foto: Brandes

Eine gerettete Grüne Meerkatze bei der Eingangsuntersuchung in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Foto: Brandes

„Als zugelassene Quarantäneeinrichtung für Affen können wir hier eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung und Versorgung der Tiere gewährleisten, welche eine optimale tierärztliche Betreuung einschließt“, betont Dr. Brandes.

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Erstellt:
21. Januar 2021, 06:55 Uhr
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