Mehr Bürokratie für Landwirte

Mehr Bürokratie für Landwirte

Dr. Frank Schmädeke, Maik Beermann und Henrich Meyer zu Vilsendorf (von links). Landwirtschaftskammer

Der heimische Bundestagsabgeordnete [DATENBANK=12]Maik Beermann[/DATENBANK] (CDU) nahm die jüngsten Diskussionen um die Landwirtschaft zum Anlass, das Fachgespräch mit [DATENBANK=562]Henrich Meyer zu Vilsendorf[/DATENBANK], dem Bezirksstellenleiter der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer in Nienburg, und Dr. Frank Schmädeke, dem Leiter der Fachgruppe Ländliche Entwicklung, zu suchen. Das neue Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion unter Federführung von Beermann zum Thema Smart-Farming, das neue Düngegesetz, die Düngeverordnung und das Image der Landwirtschaft standen hierbei auf der Tagesordnung. Beermann erkundigte sich nach den Presseberichten in der Lokalzeitung genauer zur fachlichen Meinung der Experten zum neuen Düngegesetz und der damit einhergehenden Düngeverordnung. „Hinter dem neuen Gesetz steht die Frage, wie man effizienter mit Dünger umgehen kann“, so Beermann. Leiter Meyer zu Vilsendorf erklärte: „Die neue Düngeverordnung sieht eine Reihe von Verschärfungen gegenüber der derzeit geltenden Regelung vor. Diese betreffen beispielsweise die Sperrzeiten für die Ausbringung auf Acker- und Grünland, die Festlegung von Mindestlagerkapazitäten für Gülle und Festmist, sowie erhöhte Anforderungen an die Ausbringungstechnik.

Deutlich steigen wird auch der bürokratische Aufwand für die Landwirte, so müssen sie den Düngebedarf konkreter ermitteln und die Düngung mit veränderten Methoden bilanzieren. Es ist leider nicht zu vermeiden, dass durch neue bürokratische Vorgaben und neue, engere Regeln immer auch diejenigen getroffen werden, die ohnehin sorgsam und sensibel mit dem Thema der Düngung umgingen. Die Landwirtschaftskammer wird den Landwirten bei der Umsetzung beratend und begleitend zur Verfügung stehen.“

„Der Landkreis Nienburg wurde im Mai 2016 vom Umweltministerium aufgefordert, im Anstrom der auffälligen Messstellen einen Suchraum für die Ursachenermittlung abzugrenzen.“

[DATENBANK=3806]Dr. Frank Schmädeke[/DATENBANK] nutzte die Gelegenheit, das Thema der häufig zitierten Nitratbelastungen zweier landeseigener Grundwassermessstellen im Landkreis Nienburg zu erörten: „Der Landkreis Nienburg wurde im Mai 2016 vom Umweltministerium aufgefordert, im Anstrom der auffälligen Messstellen einen Suchraum für die Ursachenermittlung abzugrenzen.“ Bei der vorliegenden Datenlage sei es nicht möglich nachzuweisen, wer genau die Verursacher der erhöhten Nitratgehalte im Grundwasser dieser Messstellen seien. Von der Entstehung des Wassers bis zur Messstelle könnten schnell einmal 30 Jahre ins Land gehen, wie Untersuchungen in Liebenau deutlich belegten.

Da aber davon auszugehen sei, dass ein Großteil dieses Nitrates aus diffusen landwirtschaftlich Einträgen stamme, wurden die zentralen Prüfdienste der Landwirtschaftskammer Niedersachsen beauftragt, detaillierte Kontrollen auf den in diesem Suchraum wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben durchzuführen. „Mit Blick nach vorne setzen wir auf eine noch intensivere Düngeplanung auf den landwirtschaftlichen Betrieben, um den eingesetzten Stickstoff optimal auszunutzen und damit die Auswaschungsgefahr deutlich zu reduzieren“, so Schmädeke.

Beermann wiederholte hier seine Kritik an der Bundeskampagne der Umweltministerin [DATENBANK=2617]Hendricks[/DATENBANK], welche mittlerweile eingestellt wurde: „Die Kampagne macht mit Pauschalisierungen Stimmung gegen unsere Landwirtschaft. Hendricks betreibt billigste Polemik und diffamiert eine ganze Bevölkerungsgruppe und ihre Arbeit, von der wir alle jeden Tag leben.“

Beim Thema Smart-Farming standen vor allem die zügige Entwicklung effizienter Düngeroboter und der Datenschutz im Vordergrund. Beermann betonte: „In der fortschrittlichen Landwirtschaft fallen bei jedem Arbeitsgang wertvolle Daten an, die zusammengefasst das Know-How aus jahrzehntelanger Entwicklung und Erfahrung in Zahlen fassbar machen und daher sehr wertvoll sind. Im Verbund sind Daten zum Klima, zum Boden, zur Düngemenge und Art sowie zum Ertrag viel Geld für denjenigen wert, der sie vermarkten und verarbeiten kann. Ich bin der Auffassung, dass die Daten, welche auf dem Acker der Bauern durch Lohnunternehmen erhoben werden, auch den Bauern gehören müssen.“