Erfahrungsaustausch inmitten eines „summenden“ Blütenfeldes: Landwirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf (links) und der Landwirtschaftskammer-Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz Hauke Ahnemann (rechts).Foto: LWK Niedersachsen

Erfahrungsaustausch inmitten eines „summenden“ Blütenfeldes: Landwirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf (links) und der Landwirtschaftskammer-Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz Hauke Ahnemann (rechts). Foto: LWK Niedersachsen

Nienburg 23.08.2020 Von Die Harke

Mehr als 1400 blühende Fußballfelder

Landwirte im Kreisgebiet legen auf mehr als zehn Millionen Quadratmetern Blühflächen an

Der Umfang angelegter Blühflächen wurde erneut deutlich gesteigert. Hierüber informiert die Landwirtschaftskammer in Nienburg auf Basis der amtlichen Flächenstatistik.

„Mittlerweile bestellen die hiesigen Landwirte mehr als 1000 Hektar ihrer Ackerflächen, also umgerechnet zehn Millionen Quadratmeter oder in einer Größenordnung von mehr als 1400 Fußballfeldern mit vielfältigen Blühmischungen“, berichtet der Leiter der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Henrich Meyer zu Vilsendorf. „Ich freue mich über das enorme Engagement unserer Landwirte für den Artenschutz und die Biodiversität.“

Die Gesamtfläche im Landkreis Nienburg wuchs dabei von insgesamt 871 Hektar im Jahr 2019 auf jetzt 1031 Hek-
tar. „Noch vor zehn Jahren konnten wir gerade mal sechs Prozent des heutigen Flächenumfanges verzeichnen“, so Meyer zu Vilsendorf. „Zu dieser Ausweitung haben sowohl geänderte Förderprogramme beigetragen, aber vielfach auch der Wunsch vieler Landwirte, noch aktiver etwas für den Bienenschutz und für viele andere frei lebende Tiere zu verwirklichen.“

Die Blühflächen im Landkreis Nienburg sind erheblich vergrößert worden. Foto: Ilka Richter

Die Blühflächen im Landkreis Nienburg sind erheblich vergrößert worden. Foto: Ilka Richter

„Die starke Zunahme an Blühflächen in der Region zeigt den Erfolg einer Reihe von einzelnen Maßnahmen, aber auch einen deutlichen Zugewinn an Erfahrung“, ergänzt Hauke Ahnemann, der an der Landwirtschaftskammer Bezirksstelle Nienburg als Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz zuständig ist.

Zu Beginn der aktuellen Förderperiode 2015 verunsicherten die bürokratischen und praktischen Erfordernisse für die neu geschaffenen Blühflächenprogramme des Landes viele Praktiker. Auch Beratung und Handel mussten noch Erfahrungen sammeln, um passende Mischungen und Hilfestellungen liefern zu können. Nun können die gesammelten Erfahrungen mehr und mehr in die Praxis getragen werden, sodass auch weniger spezialisierte Betriebe für alle Seiten erfolgreich Blühflächen anlegen können.

Neben der hauptamtlichen Beratung tragen auch Imker und Jäger in der Region dazu bei, Kontakte herzustellen, die Vorteile von Blühflächen für alle Seiten darzustellen und praktische Tipps zu geben. Dass gleichzeitig auch die Politik dazulernt und gesellschaftlichen Willen mit praktischen Erfahrungen zusammenbringen kann, zeigt die 2018 neu geschaffene Maßnahme der „Bienenweide“.

Obwohl der Landwirt hier keine zusätzliche Förderung erhält, können die Blühflächen dieses Programms als sogenannte ökologische Vorrangflächen angerechnet werden, die die Betriebe seit 2015 anlegen müssen. Diese Anreizkomponente und eine flexible, aber gleichzeitig sinnvolle Ausgestaltung der Maßnahme haben zu einer weiteren merklichen Zunahme der Blühflächen geführt. „Auf diesen Erfolgen gilt es nun weiter aufzubauen“, so Hauke Ahnemann.

Einen vielversprechenden Zukunftsansatz sieht die Landwirtschaftskammer in der gezielten Vernetzung von Blühflächen. Hierdurch sind noch weitere positive Effekte für Flora und Fauna zu erwarten. Dieses sollte unbedingt in bewährter Weise in enger Kooperation mit den Landwirten und Grundstückseigentümern geschehen.

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Erstellt:
23. August 2020, 20:10 Uhr
Lesedauer:
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