Im kleinen Sitzungszimmer des Kreishauses kamen am Mittwoch noch einmal Anke Lampe (Stadt Rehburg-Loccum), Ursula Priggen-de Riese (Samtgemeinde Grafschaft Hoya), Petra Bauer (Landkreis) und Heike Siegel (Samtgemeinde Mittelweser, von links) zusammen, um den aktuellen Stand der Aktion „Dem Beruf ist dein Geschlecht egal“ zu besprechen. Foto: Hagebölling

Im kleinen Sitzungszimmer des Kreishauses kamen am Mittwoch noch einmal Anke Lampe (Stadt Rehburg-Loccum), Ursula Priggen-de Riese (Samtgemeinde Grafschaft Hoya), Petra Bauer (Landkreis) und Heike Siegel (Samtgemeinde Mittelweser, von links) zusammen, um den aktuellen Stand der Aktion „Dem Beruf ist dein Geschlecht egal“ zu besprechen. Foto: Hagebölling

Landkreis 01.03.2020 Von Edda Hagebölling

„Mehr als Büro und Soziales“

Internationaler Frauentag: Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis laden zu Betriebsbesichtigungen ein

Dem Beruf ist dein Geschlecht egal. Weil Petra Bauer, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Nienburg, weiß, dass es für Mädchen auch noch andere Berufe gibt als den im Büro oder im Bereich Soziales hat sie zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten vor Ort eine Veranstaltungsreihe organisiert, die Blicke hinter die Kulissen heimischer Betriebe ermöglicht.

Angesprochen sind neben den Mädchen auch deren Mütter und Großmütter. Die Veranstaltungen ranken sich um den Internationalen Frauentag am 8. März. Und den Equal Pay Day am 17. März. Der Equal Pay Day symbolisiert das Datum im Jahr bis zu dem Frauen quasi ohne Bezahlung gearbeitet haben.

Nach wie vor bekommen Frauen in Deutschland im Schnitt 20 Prozent weniger Gehalt als Männer. Eine Ursache ist, dass sogenannte Frauenberufe durchweg schlechter bezahlt werden als die sogenannten Männerberufe. Hinzu kommt, dass Frauen auch bei gleicher Berufswahl nach wie vor benachteiligt werden.

Für die Betriebsbesichtigungen zur Verfügung gestellt haben sich die Firmen Polipol in Diepenau, frischli in Rehburg, Smurfit Kappa in Hoya und das Klärwerk in Nienburg.

Die Besichtigung der Firma Polipol findet am morgigen Montag um 15 Uhr statt. Die Anmeldeliste umfasste bis Mitte der Woche 25 Interessierte. Ansprechpartnerin ist Annegret Trampe, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Uchte.

Zu frischli geht es am kommenden Dienstag, 3. März. Bis zum vergangenen Mittwoch hatten sich bereits so viele Frauen angemeldet, dass sogar drei Gruppen gebildet werden müssen. Ansprechpartnerin für diese Veranstaltung ist Rehburg-Loccums Gleichstellungsbeauftragte Anke Lampe.

Am kommenden Sonnabend, 7. März, steht um 10 Uhr die Besichtigung der Firma Smurfit Kappa auf dem Programm. Frauen, die sich noch anmelden möchten, sollten sich möglichst umgehend an Ursula Prigge-de Riese, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, unter Telefon 04251/81553 oder per E-Mail an gleichstellungsbeauftragte@hoya-weser.de wenden.

Gleiches gilt für den Besuch des Klärwerks in Nienburg am Mittwoch, dem 11. März, ebenfalls um 10 Uhr. Ansprechpartnerin ist in diesem Fall Stefanie Schuberth, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Heemsen. Sie ist unter 05024/980511 oder sschuberth@heemsen.de zu erreichen.

„Die Berufswahl ist ein Meilenstein für den weiteren persönlichen Lebensweg bis zur Rente“, betonen die Gleichstellungsbeauftragten unisono. Sie möchten mit der neuen Veranstaltungsreihe für Frauen zeigen, dass es bei der Berufswahl um Fähigkeiten und Interessen gehen sollte und nicht um das Geschlecht.

Tradition hat im Landkreis Nienburg dagegen das Frauen-Frühstückskino im Filmhof Hoya. Diese Veranstaltung findet in diesem Jahr direkt am 8. März statt.

Das Frühstück ist zwar bereits ausgebucht, wer aber zu dem Film „Der Glanz der Unsichtbaren“ dazustoßen möchte, der ab 11 Uhr gezeigt wird, kann sich gerne noch direkt an den Filmhof wenden.

Nicht so richtig glücklich ist Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Petra Bauer dagegen mit der Entwicklung, die der ehemalige Girls‘ Day genommen hat. Ursprünglich als der Tag gedacht, an dem Mädchen ihre Väter zur Arbeit begleiten können, um sogenannte „Männerberufe“ kennenzulernen, sei er – aber nur in Niedersachsen – im Rahmen der aufkeimenden Gleichstellungsdebatte zum Zukunftstag umfunktioniert worden.

„Mittlerweile gibt es aber Bestrebungen, den Zukunftstag in einen Girls‘ Day zurückzuverwandeln“, so Petra Bauer.

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Erstellt:
1. März 2020, 15:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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