Statt die Vuelta zu fahren peilt Emanuel Buchmann nun auf der Deutschland Tour eine gute Platzierung an. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Statt die Vuelta zu fahren peilt Emanuel Buchmann nun auf der Deutschland Tour eine gute Platzierung an. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Weimar 23.08.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Mehr als ein Trostpreis: Buchmann hofft auf Heimsieg

Eigentlich war ein Start bei der Spanien-Rundfahrt für Emanuel Buchmann fest eingeplant. Weil ihn ein Infekt stoppte, wird er nun zum Hoffnungsträger bei der Deutschland-Tour.

Der Plan B soll mehr sein als ein Trostpreis. Da Emanuel Buchmann in der vergangenen Woche kurzfristig auf einen Start bei der Spanien-Rundfahrt verzichten musste, führt er das deutsche Team Bora-hansgrohe nun bei der in Weimar startenden Deutschland-Tour an, und ist der große Star. Das Profil des fünftägigen Rennens mit der Königsetappe auf den Schauinsland sorgt zudem dafür, dass der schmale Kletterspezialist der Top-Favorit auf den Gesamtsieg ist. Hier bremst Sportchef Rolf Aldag und verweist auf die gerade überstandene Harnwegsinfektion des Ravensburgers. „Wir müssen fairerweise sagen, wir wissen nicht genau, worauf es hinausläuft“, sagte der 53-Jährige der dpa. „Das eine ist gesund sein, das andere schnell Fahrrad fahren. Reichte die Zeit also, um gesund und fit zu werden oder reichte sie nur, um gesund zu sein.“ Buchmann peilt eine gute Platzierung anBuchmann klingt da schon ein wenig optimistischer. „Ich hoffe, mit meiner Vuelta-Form in die Deutschland-Tour zu gehen“, sagte der Rundfahrt-Spezialist. Die vergangenen Tage im Training sei es viel besser gewesen. „Deswegen peile ich definitiv eine gute Platzierung an.“ Wenn der Körper mitmacht. Dass ihm die Gesundheit dazwischen kommt, ist für Buchmann seit seinem vierten Platz bei der Tour de France 2019 bittere Realität. Stürze, Corona, Infekte - immer wieder wurde der 29-Jährige ausgebremst. „Nach den letzten beiden Jahren, wo gar nichts zusammenlief für mich, geht es in diesem Jahr darum, wieder Stabilität zu finden“, sagte Buchmann der dpa. Platz sieben beim Giro im Mai bezeichnete er als „ganz okay“, die große Attacke sollte bei der Vuelta folgen. Da dieser Plan kurzfristig in sich zusammenfiel, will Buchmann seine im Höhentrainingslager erarbeitete Form nun den heimischen Fans zeigen. Zwar wird es schon beim auf Straßenrädern ausgetragenen Prolog in Weimar um wichtige Sekunden gehen, doch entschieden wird die Tour sicherlich am vorletzten Tag im Schwarzwald auf dem 1284 Meter hohen Schauinsland. Da könnte Buchmann laut Aldag „ganz vorne mitfahren“. Geschke freut sich auf die KönigsetappeDagegen müssen die Fans auf zwei andere deutsche Stars verzichten. Weder Giro-Etappensieger Lennard Kämna noch der einst für ein Thüringer Nachwuchsteam fahrende Maximilian Schachmann sind dabei. Das Duo hat noch immer gesundheitliche Probleme aus der Tour de France, Schachmann wird zudem bald zum ersten Mal Vater. „Man muss auch mal einen Schritt zurücktreten und Luft holen“, betonte Aldag. „Es bringt ja nichts, Jungs ins Feuer zu schicken, die halbfit sind.“ Noch lange nicht in Top-Form ist Egan Bernal. Der Tour-Sieger von 2019 bestreitet mit der Deutschland-Tour sein zweites Rennen nach seinem furchtbaren Trainingsunfall Anfang des Jahres. Mehr als 20 Knochenbrüche hatte sich Bernal in seiner kolumbianischen Heimat zugezogen, als er ungebremst in einen stehenden Bus gerast war. Vergangene Woche gab der 25-Jährige in Dänemark sein Comeback. „Es war unbeschreiblich, endlich wieder eine Nummer anzustecken“, sagte Bernal. Das einzige große deutsche Etappenrennen will er vor allem nutzen, um Rennkilometer zu sammeln. Die deutschen Fans werden neben Buchmann vor allem mit Simon Geschke fiebern. Der Routinier hat mit seinem bravourösen Auftritt bei der Tour de France und den Tagen im Bergtrikot viele Sympathien erobert und fährt das Rennen im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Dass die Königsetappe in seinem Wohnort Freiburg startet, ist für Geschke der emotionale Höhepunkt. „Das Profil kommt mir sehr entgegen und ich kenne den Kurs wahrscheinlich so gut wie kein anderer im Peloton“, sagte der 36-Jährige.

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Erstellt:
23. August 2022, 12:16 Uhr
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