Im Nienburger Krankenhaus gibt es mehr ambulante Geburten. Foto: Nikias Schmidetzki

Im Nienburger Krankenhaus gibt es mehr ambulante Geburten. Foto: Nikias Schmidetzki

Nienburg 14.04.2020 Von Die Harke

Mehr ambulante Geburten wegen des Coronavirus

Auch COVID-positive Schwangere werden im Nienburger Krankenhaus behandelt / Väter dürfen bei Geburt dabei sein

Durch das Coronavirus steigt die Nachfrage nach ambulanten Geburten. In den Helios-Kliniken Mittelweser ist dies möglich – auch unter Begleitung der werdenden Väter, sofern diese gesund sind.

Entbinden dürfen auch COVID-19-positive Schwangere, die isoliert und unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen behandelt werden, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.

Ambulante Geburten gehören zum Standardprogramm der Helios-Kliniken Mittelweser. Doch während die werdenden Mütter vor der Coronakrise die stationäre Betreuung zum größten Teil vorgezogen hätten, habe sich dies nun geändert. „Die Nachfrage nach ambulanten Geburten steigt immens“, erläutert Dr. Mathias Uhlig, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe. Zahlen nannte die Klinik nicht.

Die Unsicherheit sei unbegründet, denn das Nienburger Krankenhaus halte sich eigenen Angaben zufolge „strikt an alle vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Maßnahmen, um Patienten sowie auch das eigene Personal“ zu schützen.

„Viele Menschen haben Angst vor einem Aufenthalt im Krankenhaus, weil sie befürchten, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren. Wir möchten den Menschen diese Sorgen nehmen, aber auch gleichzeitig auf ihre Wünsche eingehen“, erläutert Klinikgeschäftsführer Thomas Clausing.

Deswegen biete die Klinik werdenden Müttern auch die ambulante Geburt an. Nach vier Stunden könnten die Mütter – sofern Mutter und Kind gesund sind – die Klinik wieder verlassen. Wichtig sei auch die Nachsorge-Hebamme, die beide nach der Geburt weiter betreue.

Die werdenden Väter seien vom aktuellen Besuchsverbot ausgenommen und dürften bei der Geburt im Kreißsaal und auch bei einem Kaiserschnitt sowie anschließend auf der Station dabei sein.

Doch was ist die Empfehlung der Ärzte? „Wir möchten, dass unsere Patientinnen sich wohlfühlen“, erläutert Uhlig. „Wir im Krankenhaus sind entspannt, weil wir wissen, dass wir alle relevanten Schutzmaßnahmen einhalten. Doch eine werdende Mutter empfindet dies vielleicht anders.

Wenn sie eine ambulante Geburt vorzieht und keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen, ist dies in Ordnung.“ Genauso spreche auch nichts dagegen, sich auf der Geburtsstation aufnehmen und betreuen zu lassen, doch dies obliege der Entscheidung der werdenden Eltern.

Obwohl es im Nienburger Krankenhaus den Fall bislang noch nicht gegeben habe, seien auch COVID-19-positive Schwangere willkommen. „Wichtig ist hierbei, dass die Schwangeren vor Eintreffen in der Klinik anrufen und entweder über den Rettungsdienst oder persönlich angeben, dass sie das Virus in sich tragen.

So kann sich das Klinikpersonal gleich schützen“, sagt Uhlig. „Diese Patientinnen werden unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen bei uns im Kreißsaal entbinden und später isoliert untergebracht.“

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Erstellt:
14. April 2020, 19:55 Uhr
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