Meinung: Ein Regenbogen hat viele Farben

Meinung: Ein Regenbogen hat viele Farben

Ende Mai wurde eine LGBTIQ-Fahne auf dem Parkplatz eines Supermarktes von Unbekannten verbrannt. Foto: Henkel

An der Diskussion rund um die Regenbogen-Beleuchtung der Münchener Arena beim knappen 2:2-Deutschlandkrimi gegen Ungarn kam man in der vergangenen Woche nicht vorbei. Eigentlich sollte der Fußballtempel als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung im Europameisterschaftsspiel gegen die nationale Auswahl der Osteuropäer in Regenbogen-Farben strahlen.

Die UEFA lehnte einen Antrag des Münchner Stadtrats ab, sieht sich als neutrales und unpolitisches Organ und will wertfrei und kostenorientiert Fußballwettbewerbe austragen. Der Sport muss jedoch seine weltweite Strahlkraft nutzen, um auf solch wichtige politische Themen wie Homophobie und Fremdenhass aufmerksam zu machen. Viel wichtiger als die Beleuchtungsdebatte und sich bei mir einbrennender, ist die durchweg positive Resonanz und Solidarität aus der Bundesrepublik.

Im Freundes- und Bekanntenkreis gab es ebenso wie in der Öffentlichkeit scharfe gerechtfertigte Kritik. In mehreren Städten, diversen Bundesliga-Stadien und rund um die Münchener Arena sowie in den sozialen Medien wurden Aktionen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung angeschoben. Ein starkes Zeichen und für mich noch wichtiger und richtiger. Natürlich ist die Debatte mit einem Instagram-Posting in Regenbogenfarben nicht abgetan, trotzdem zeigt es, dass der Großteil der Gesellschaft bemüht ist, etwas ändern zu wollen.

Vor einigen Wochen gab es auch auf dem Parkplatz einer Supermarktkette in Nienburg eine hässliche und dissoziale Straftat: Unbekannte hatten eine zuvor an einem Fahnenmast gehisste LGBTIQ-Flagge mutwillig angezündet. Ein ekelhaftes Verbrechen. Die Nienburger Facebook-Community, die zweifelsfrei häufig am Thema vorbeischießt, hat mich jedoch in diesem Fall stark beeindruckt.

Ausnahmslos wurde die Tat auf’s Schärfste verurteilt und zurecht kritisiert. Das zeigt eindrucksvoll, dass im kleinen Nienburg, Solidarität und Offenheit gelebte Werte sind. Auch Feuerwehr-Pressesprecher Marc Henkel setzte ein starkes Statement: „Vielfalt ist bei uns in der Feuerwehr kein Thema – wir praktizieren es einfach. Wir sind alles Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden – da spielt die sexuelle Orientierung, die Herkunft oder der Glaube keine Rolle! Jeder steht für jeden ein!“