Auch in den Wintermonaten könnte weiterhin draußen trainiert und gespielt werden, sagt Sportredakteur Philipp Keßler. Foto: adobestock

Auch in den Wintermonaten könnte weiterhin draußen trainiert und gespielt werden, sagt Sportredakteur Philipp Keßler. Foto: adobestock

Nienburg 08.11.2021 Von Philipp Keßler

Meinung: Lasst die Jugend nicht allein

Schon Winterpause im Nachwuchsbereich? Es muss etwas passieren, meint HARKE-Sportredakteur Philipp Keßler

Bimbambong – dieses Geräusch leitete stets die schönsten Momente meiner Grundschul-Zeit ein. Immer wenn der Pausengong ertönte, stürmten wir nach draußen auf den Hof und spielten Fußball, Zombieball, Fangen, tauschten Sammelkarten oder cruisten mit Rollbrettern umher. Die große Pause war einfach das Größte.

Pausen sind wichtig, egal wie alt man ist – wissenschaftlich ist sogar nachgewiesen, dass Pausen förderlich für die Konzentration und die Motivation sind – im Arbeitsrecht sind Pausen gesetzlich vorgeschrieben. Wer ohne Pause durcharbeitet, riskiert seine Gesundheit.

Corona-Pause lang genug

Eine lange Pause hatte coronabedingt auch der Jugendfußball. Wie quasi der gesamte Amateursport ruhte der Trainings- und Spielbetrieb über etliche Monate. Diese Pause dürfte jedoch kaum jemanden gefreut haben. Ohnehin schon vorhandene Nachwuchsprobleme wurden somit ein gutes Stück größer, manche Kinder und Jugendliche fanden Gefallen an anderen Hobbys, andere, die ansonsten mit dem Sport angefangen hätten, blieben fern.

Daher waren alle Klubs froh, als es im September endlich wieder losging mit dem regulären Spielbetrieb. Doch lange rollte der Ball nicht. In den meisten Jugendfußball-Ligen ist bereits Winterpause. In der Bezirksliga der B-Junioren absolvierten die Teams beispielsweise lediglich sechs Begegnungen – jetzt heißt es wieder warten. Bis Mitte März, erst dann geht es mit der Rückrunde weiter.

Hallenrunde fällt aus

Für den Nachwuchs dürfte diese Pause frustrierend sein. In „normalen“ Jahren wurden in den Wintermonaten immerhin noch die Hallenrunden gespielt, doch der NFV hat diese bereits abgesagt. Die Vereine können einzelne Turniere austragen, in Anbetracht der Coronalage ist es jedoch mehr als fraglich, wie viele solcher Veranstaltungen überhaupt stattfinden werden.

Die Jugendlichen sollten nun auf keinen Fall bis zum Start der Vorbereitung im Februar außer Acht gelassen werden. Es gilt, mehr als eh und je, den Nachwuchs bei der Stange zu halten. Fußballspiele im Freien hätten nachweislich ein sehr geringes Ansteckungsrisiko, stellte vor Kurzem der aus Husum stammende DFB-Arzt Tim Meyer fest. „Outdoor-Sportaktivitäten, auch wenn sie Kontakte beinhalten, bergen ein sehr geringes Ansteckungsrisiko und sind somit eine sehr sichere Option für Sport und Bewegung während der Pandemie“, sagte Meyer.

Egal was, aber macht was

Wenn es also schon nicht in die Hallen geht, dann doch immerhin nach draußen! Wie wäre es mit einer Jugend-Winterrunde? Auf freiwilliger Basis. Vielleicht auf Kleinfeldern mit reduzierter Spieleranzahl, je nachdem wie es das Wetter zulässt. Hier ist Kreativität und Spontanität gefragt – kein Perfektionismus. Hauptsache, es passiert etwas. Lasst die jungen Spieler nicht allein.

Zum Artikel

Erstellt:
8. November 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.