Eine Vollmitgliedschaft beim SV Werder Bremen kostet im Jahr 168 Euro. Foto: Ricochet64 - stock.adobe.com

Eine Vollmitgliedschaft beim SV Werder Bremen kostet im Jahr 168 Euro. Foto: Ricochet64 - stock.adobe.com

Landkreis 11.10.2021 Von Syam Vogt

Meinung: Vereinsmitgliedschaft bei Profi-Klubs?

Seinen Lieblingsverein durch den Kauf eines überteuerten Trikots oder Merchandise zu unterstützen oder sich beim Stadionbesuch eine Bratwurst und ein Kaltgetränk zu genehmigen, dafür kann ich durchaus Verständnis aufweisen.

Aber warum man dazu noch eine Mitgliedschaft bei den hoch dekorierten Spitzenklubs abschließen sollte, erschließt sich mir nicht. Ein Mitspracherecht für Investitionen, oder Transfers gibt es nicht und außer dem Anspruch auf ein Kartenvorverkaufsrecht bietet so ein Abschluss mir nicht viel Ersichtliches. Die Millionenunternehmen profitieren bereits vom Sponsoring sowie von TV-Geldern, warum soll der kleine Mann dazu noch die horrenden Gehälter der Profis mitfinanzieren? Beim Heimatverein verstehe ich hingegen die Gebühr, die durch die Anschaffung des Sportequipments und das Pflegen der Anlage nun einmal anstehen. Ein Profiklub hingegen finanziert sich selbst und wirft für alle Beteiligten mehr als genug Kohle ab.

Ein Ranking der Bundesliga-Klubs in Sachen Vereinsmitgliedschaften macht deutlich, dass es eher die kleineren Klubs sind, die eine nicht unerhebliche Summe von ihren treuen Mitgliedern einsacken. So führt die Spielvereinigung Greuther Fürth das Ranking im Bundesliga-Oberhaus an, berechnet ebenso wie der FC Union Berlin 120 Euro im Jahr für eine Mitgliedschaft. Am unteren Ende befinden sich die Werksklubs Wolfsburg (30 Euro) und Bayer Leverkusen (35), die nur knapp ein Viertel von ihren Anhängern berechnen. Rekordmeister FC Bayern München, Borussia Dortmund und auch die Gladbacher befinden sich alle mit rund 60 Euro im Mittelfeld.

Mein Klub, der SV Werder Bremen, schießt den Vogel hingegen komplett ab. Anstatt sich eine Dauerkarte in der Ostkurve zu sichern, kann man die aufgeforderten 168 Euro für ein Treuebekenntnis ausgeben, für das man nach Saisonende einen fein säuberlichen Schrieb für die geleistete Unterstützung bekommt: Herzlichen Glückwunsch!

Dass die klammen Bremer auf das Geld der Zuschauer angewiesen sind, verstehe ich; mein guter Freund Mirco Rexin hat im vergangenen Jahr auf die Rückzahlung seiner zwei Dauerkarten verzichtet und einen Betrag in Höhe von knapp 700 Euro „gespendet“. Als Dank gab es für ihn ein SVW-Fan-Paket inklusive Stadion-Trinkbecher. Toll! Natürlich unterstützt man seinen Verein in guten wie in schlechten Zeiten, jedoch darf auch von der anderen Seite gerne etwas zurückkommen.

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Erstellt:
11. Oktober 2021, 09:17 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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