Im „New Way Hotel“ in Magelsen haben über Monate Problemkinder gewohnt. Foto: Schwake

Im „New Way Hotel“ in Magelsen haben über Monate Problemkinder gewohnt. Foto: Schwake

Magelsen 25.06.2021 Von Sebastian Schwake

Meinung des Tages: Ämter haben nicht hingeschaut

Keine Problemkinder mehr im „New Way Hotel“ in Magelsen

Im „New Way Hotel“ in Magelsen haben über Monate Problemkinder gewohnt. Damit ist jetzt Schluss. Endlich. Das Landesjugendamt hat den Betreibern eine Unterlassungsverfügung für deren Betreuung zugeschickt, weil sie für eine Betreuung von sogenannten Systemsprengern eine Betriebserlaubnis haben müssen.

Diese haben sie aber nicht. Deswegen ist diese Betreuung in Magelsen beendet. Viel zu lange haben die Ämter landauf, landab nicht genau genug hingeschaut, was in Magelsen passiert oder eben auch nicht passiert – und die Betreiber walten lassen. Im Internet war bis zuletzt eine Anzeige zu sehen, in der ein freier Platz im „New Way“ ausgeschrieben war.

Dort stand auch, dass die Betreiber dafür keine Betriebserlaubnis haben. Die Jugendämter haben ihre Kinder trotzdem ins beschauliche Magelsen geschickt – frei nach dem Motto: „Hauptsache sie sind weg, und wir müssen uns nicht mehr um die Problemkids kümmern.“ Koste es, was es wolle. Denn: Die Tagessätze für eine Betreuung dieser Jugendlichen liegen nach Angaben des Landesjugendamtes bei 300 oder 400 Euro – manchmal auch noch höher: Da kommen monatlich schnell 10.000 Euro an Steuergeld zusammen, die die Ämter oft Blindlings an die Betreiber überwiesen haben.

Die Ämter haben über Monate weg- oder nicht genau hingeschaut. Das Landesjugendamt hat nach eigenen Angaben am 29. Juni 2020 von der Eröffnung des Hotels „New Way“ erfahren, allerdings auch nicht geschaut, was dort wirklich angeboten wird. Alle beteiligten Ämter haben den Kindern nicht geholfen, sondern sie nur in Magelsen „geparkt“.

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Erstellt:
25. Juni 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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