Ein Motorradfahrer fährt an der Zitadelle in Herat vorbei. Hinter dem Zaun sind Angehörige der Taliban zu sehen, die die Zitadelle eingenommen haben. Foto: privat

Ein Motorradfahrer fährt an der Zitadelle in Herat vorbei. Hinter dem Zaun sind Angehörige der Taliban zu sehen, die die Zitadelle eingenommen haben. Foto: privat

Landkreis 27.08.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Aufmerksamkeit muss bleiben

Die Menschen in Afghanistan dürfen nicht in Vergessenheit geraten

Täglich lesen, hören und sehen wir neue beunruhigende Nachrichten aus Afghanistan. Die Berichte lassen einen erschaudern. Denn für die meisten von uns ist unvorstellbar, was viele Menschen dort erleben müssen, nur weil sie zum Beispiel Journalisten oder Frauenrechtlerinnen sind oder die Bundeswehr unterstützt haben.

DIE HARKE hatte die Gelegenheit, mit zwei Männern zu sprechen, die beide 2015 von Afghanistan aus nach Deutschland geflohen sind. Sie berichten von ihren Ängsten und von den Sorgen, die sie sich um ihre Familien und Freunde machen, die noch in ihrem Heimatland leben.

Jawid Sadeqi, der in Afghanistan als Journalist gearbeitet hat und jetzt mit Frau und Tochter in Nienburg lebt, fühlt sich in der aktuellen Situation nach eigener Aussage allerdings nicht komplett hilflos – obwohl er seiner Familie und seinen Freunden in Afghanistan nicht helfen kann: „Wenn ich mich äußern kann, hoffe ich, dass es etwas bringt“, sagt der 30-Jährige.

Es ist wichtig, viele Stimmen zu hören

Und tatsächlich ist es wichtig, viele Stimmen zu hören und zu Wort kommen zu lassen. Die hier lebenden Afghanen, die Kontakt zu den Menschen in ihrem Heimatland haben, können einen Einblick in die dortige Situation geben und uns vor Augen führen, was aktuell geschieht. Es ist wichtig, dass Menschen wie Jawid Sadeqi und Massoud Yousofi den Weg in die Öffentlichkeit finden. Trotzdem und gerade weil sie so weit entfernt von Afghanistan leben.

Denn es ist zu befürchten, dass die allgemeine Aufmerksamkeit für das Land und seine Menschen schnell schwindet, wenn die ausländischen Truppen abgezogen sind. Auch nach dem Abzug sollten im Ausland lebende Afghanen von dem Schicksal ihrer Familien und Freunde in ihrem Heimatland berichten. Nur so kann es gelingen, dass das Land und seine Menschen in der breiten Öffentlichkeit nicht in Vergessenheit geraten.

Zum Artikel

Erstellt:
27. August 2021, 07:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.