Der Bolzplatz im Hoyerhäger Tivoli-Wäldchen ist nun durch einen Beschluss des Gemeinderates legalisiert worden. Foto: Niklas Fahrenholz/bolzplatzkind.com

Der Bolzplatz im Hoyerhäger Tivoli-Wäldchen ist nun durch einen Beschluss des Gemeinderates legalisiert worden. Foto: Niklas Fahrenholz/bolzplatzkind.com

Hoyerhagen 14.07.2021 Von Matthias Brosch

Meinung des Tages: Bolzplatz in Hoyerhagen gehört nun zum Wald

Gemeinderat übernimmt Verkehrssicherungspflicht und forstet Ersatz auf größerer Fläche auf

In Hoyerhagen hat der Gemeinderat einen Bolzplatz im „Tivoli“-Wald legalisiert.

Was ist passiert? Die Spielfläche, die sich auf Gemeindegrund befindet, existiert seit Jahrzehnten. Die Nachbarschaft hatte alles in Eigenleistung aufgebaut. Niemand störte sich bislang daran.

Vor über zwei Jahren erhielt der Landkreis Nienburg jedoch Kenntnis davon, dass es diesen illegal entstandenen Ort gibt. Ermittlungen starteten – und die Gemeinde Hoyerhagen bekam die Aufforderung, als Besitzerin ihre Fläche ordnungsgemäß und nachhaltig zu bewirtschaften. So wie es das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) fordert.

Die Aufstellung von Fußballtoren und einer Bank entspricht nicht den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft!

Fachbehörde des Landkreises Nienburg

„Die Aufstellung von Fußballtoren und einer Bank entspricht nicht den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft!“, teilte die Sachbearbeiterin mit. Und sie fügte hinzu: „Im Übrigen stellt eine widerrechtliche Nutzung gleichzeitig eine schleichende Umwandlung im Sinne des NWaldLG dar, weil die natürliche Verjüngung des Waldes verhindert wird. Eine solche Umwandlung bedarf nach §8 NWaldLG meiner vorherigen, waldrechtlichen Genehmigung, die bisher weder beantragt noch erteilt wurde.“

Immerhin wird von den Fachbehörden anerkannt, dass es noch Kinder gibt, die draußen spielen.

Peter Bruns, stellvertretender Gemeindedirektor Hoyerhagens

Nun soll es zu einer formalen Waldumwandlung kommen. „Immerhin wird von den Fachbehörden anerkannt, dass es noch Kinder gibt, die draußen spielen“, sagte Peter Bruns, als er als stellvertretender Gemeindedirektor während der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus den Sachverhalt erklärte. Hoyerhagen will Ersatz an anderer Stelle auf einer zehnmal so großen Fläche aufforsten und übernimmt die Verkehrssicherungspflicht für den Bolzplatz. Dabei herrschte Einigkeit im Rat, dass die Lichtung, auf der sich die Tore befinden, schon immer eine Lichtung gewesen ist und keine Bäume verschwanden.

Meine Meinung dazu? Danke an den Rat der Gemeinde Hoyerhagen, der das Thema unaufgeregt abgearbeitet hat.

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Erstellt:
14. Juli 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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