Einmal ins Röhrchen, bitte! Beliebt sind Spucktests weder bei Eltern noch bei Kindern. Foto: makotomo/AdobeStock

Einmal ins Röhrchen, bitte! Beliebt sind Spucktests weder bei Eltern noch bei Kindern. Foto: makotomo/AdobeStock

Landkreis 14.10.2021 Von Nikias Schmidetzki

Meinung des Tages: Dann doch lieber popeln als spucken

Spucken ist bäh! Das bekommen (die meisten) Kinder recht früh beigebracht. Umso spannender ist es für viele, es dann natürlich doch zu tun. Auf den Gehweg, auf dem Fußballplatz – und wenn es ganz schlimm läuft als Zeichen der Wurt und Verzweiflung dem Gegenüber direkt dahin, wo es die Möglichkeit gerade zulässt. Aber eigentlich ist Spucken bäh! Da sind sich wohl alle einig.

Und nun? Sollen unzählige Kinder regelmäßig ihren Speichel in ein Röhrchen laufen lassen, wo er sich mit einer Indikationsflüssigkeit vermengt, um Minuten später Aufschluss darüber geben zu können, ob möglicherweise eine Covid-19-Infektion vorliegt. Nach Monaten, in denen sich Schülerinnen und Schüler Nase bohrend (immerhin mit Wattestäbchen) testen ließen oder es selbst taten, greifen nun viele Schulen auf Spucktests zurück. Ganz einfach, weil es davon offenbar noch eine ausreichende Menge gibt, die den Schulen entsprechend zugewiesen wurde. Denn in der Umsetzung lassen sie Familien häufig fragend und verunsichert zurück.

Vor dem Test darf in der Regel eine halbe Stunde nichts gegessen und möglichst auch nichts getrunken werden. Ein Test nach dem Frühstück oder am Vorabend nach dem Abendessen? Läuft schonmal nicht. Also: Die erste Tat des Tages: Ordentlich ins Röhrchen rotzen (pardon – musste im besten Sinne des Wortes raus). Immerhin: Etwas Wasser ist erlaubt, fördert ja auch den Speichelfluss. Doch auch dann muss so manches Kind lange sammeln, um eine ausreichende Menge zusammenzuspeicheln, und zwar in einer Konsistenz, die gut fließt und sich mit der bereits vorhandenen Testflüssigkeit zu einem einheitlichen Brei vermengt. Schön anzusehen ist das nicht. Spaß macht das dem Vernehmen nach auch nicht, um anschließend mit einer Pipette einige Tröpfchen der Absonderung zu entnehmen und auf den Teststreifen zu bringen, der das Ganze dann hoffentlich erkennt. Denn eine Wiederholung möchte wirklich keiner.

Das vernichtende Fazit aus einer nicht repräsentativen Umfrage im näheren Umfeld: Lieber wieder ein Stäbchen in die Nase stecken. Auch wenn popeln ja eigentlich auch bäh ist.

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Erstellt:
14. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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