Vorsicht: Nicht jeder, der klingelt, ist ein netter Besucher. Manchmal wittern auch Betrüger ihre Chance. Foto: aijiro/AdobeStock

Vorsicht: Nicht jeder, der klingelt, ist ein netter Besucher. Manchmal wittern auch Betrüger ihre Chance. Foto: aijiro/AdobeStock

Landkreis 25.07.2021 Von Nikias Schmidetzki

Meinung des Tages: Das Geld anderer Leute

Vielleicht muss man doch von Natur aus skeptisch sein. Die Versuche, an das Geld anderer Leute zu kommen, lässt jedenfalls so einige Menschen zu kreativen Höhenflügen abheben und jeglichen Skrupel verlieren.

So haben aktuell, das hat die Polizei gemeldet, Senioren im benachbarten Kreis Schaumburg Anrufe von angeblichen Krankenkassenmitarbeitern erhalten. Grund der Kontaktaufnahme: Durch finanzielle Überschüsse aus der Pflegeversicherung könnten Auszahlungen an die Mitglieder erfolgen. Den Angerufenen wurden demnach Beträge von über 700 Euro genannt. Das Ziel der Betrüger dürfte nun recht klar werden: Sie wollten Kontodaten erfragen.

Die Krankenkassen warnen seit längerer Zeit vor solchen und ähnlichen Anrufen. Sie betonen, dass Angestellte ihre Mitglieder niemals am Telefon über Informationen zu Überweisungen abfragen. Ein weiteres Indiz, dass es sich um einen Anrufer mit betrügerischen Absichten handelt: Im Display der Angerufenen sind oft Handy-Nummern sichtbar – eher untypisch für eine Kranken- oder andere Versicherung.

Die Opfer werden, berichtet die Polizei, beispielsweise gefragt, ob sie eine Sonderzahlung bekommen hätten. Sie sollten in diesem Zusammenhang ihre Kontodaten nennen. Auch die Möglichkeit, dass Anrufer behaupten, die Laufzeit der Versicherung ändere sich oder die Einstufung in eine bestimmte Pflegestufe müsse überprüft werden.

Noch perfider ist eine andere Masche, von denen Fälle bekannt seien. Dabei hätten Anrufer vorgegeben, dass die Deckung des Versicherungsschutzes nicht mehr gewährleistet sei und sofort ein Geldbetrag gezahlt werden sollte, die ein Mitarbeiter abholen wolle.

Doch es muss nicht immer das Telefon sein. Der Kreisverband für Wasserwirtschaft warnt aktuell vor Besuchern, die persönlich vorstellig werden, in der Hoffnung Zutritt zu bekommen. Dazu geben sie sich als Mitarbeiter aus und wollen angeblich den Wasserzähler wechseln und ablesen. In einigen Fällen hätten sie auch von vorherigen Arbeiten gewusst und würden Nacharbeiten ausführen wollen. Auch hier ist das Ziel klar: Sie wollen entweder die Räume kennenlernen und sich dort für einen weiteren „Besuch“ umsehen oder direkt Geld und Wertsachen mitnehmen.

Also heißt es einmal mehr: Ein gesundes Maß an Misstrauen ist auf keinen Fall schädlich. Wer unsicher ist, sollte einfach schnell beim Verband oder der Versicherung nachfragen – oder die Polizei informieren.

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Erstellt:
25. Juli 2021, 10:38 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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