Heute ist der "Tag der Toleranz". studio v-zwoelf - stock.adobe.co

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Landkreis 16.11.2021 Von Nikias Schmidetzki

Meinung des Tages: Erdulden, ertragen – auch wenn’s hart ist

26 Jahre ist es her, dass 185 Staaten die „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ unterschrieben haben. Das war am 16. November 1995. Seitdem erinnert die UNESCO mit dem „Tag für Toleranz“ jährlich am Jahrestag daran – ohne jedoch, dass der Tag in der Öffentlichkeit besonders begangen wird.

Dabei kann etwas mehr Toleranz grundsätzlich nicht schaden. Das gilt nicht nur für die großen Fragen der Politik, sondern für den täglichen Umgang mit anderen Menschen.

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt.“ Toleranz sei nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Sie sei eine Tugend, die den Frieden ermöglicht. Und: „Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens.“

Wer tolerant ist, zeichnet sich durch Duldsamkeit aus – dadurch, andere Anschauungen, Einstellungen, Sitten und Gewohnheiten gelten zu lassen. Und wie weit ist es mit der Toleranz im Alltag? Wir müssen ja nicht alles mögen. Es darf gerne verschiedene Meinungen geben. Die tatsächliche Bedeutung des Wortes kommt aus dem Lateinischen vom Wort „tolerare“, was sich übersetzen lässt mit „erdulden“ oder „ertragen“ – klingt hart, zugegeben. Was uns eigentlich gar nicht gefällt, vielleicht sogar unserer Einstellung widerspricht, sollten wir demnach doch wenigstens akzeptieren, ohne diese andere Meinung gleich gut finden zu müssen.

Ob Autofahrer oder Fahrradfahrer, ob Fleischesser oder Veganer, ob Impfbefürworter oder Impfskeptiker – darüber und über vieles mehr lässt sich wunderbar streiten. Aber dann bitte sachlich und ohne Hass. Denn wer weiß: Vielleicht sind sich die Parteien an manchen Stellen gar nicht so unähnlich.

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Erstellt:
16. November 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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