Es muss jetzt wirklich einmal etwas passieren, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Foto: Garms

Es muss jetzt wirklich einmal etwas passieren, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Foto: Garms

Nienburg 08.06.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Es muss wirklich etwas passieren

Wenn man in diesen Tagen in der Nienburger Innenstadt unterwegs ist, fällt einem doch ein kleiner Stein vom Herzen: Corona hat es nicht geschafft, die Leute ganz aus der Fußgängerzone zu vertreiben. Die Menschen sind zurückgekommen – sie sitzen in Restaurants, kaufen ein, treffen Freunde.

Diese neu erwachte Lebensfreude in der Innenstadt darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Pandemie leider noch nicht vorbei ist und ihre ökonomischen Langzeitfolgen noch nicht abschätzbar sind. Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass die Nienburger Wirtschaftsförderung etwas unternehmen will, um die Innenstadt zu unterstützen.

Doch bekanntlich sollte man sich ja auch nie zu früh freuen. Und tatsächlich ist Skepsis angebracht. Denn in der Vergangenheit hat es bereits viele Planungen von Verwaltung und Politik gegeben – sogar ein Arbeitskreis Innenstadt war gegründet worden. Getan hat sich aber kaum etwas, und deswegen muss jetzt wirklich einmal etwas passieren, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Wer aber nur mit dem Finger auf Politik und Verwaltung zeigt und meint, „die“ müssten doch was unternehmen, damit die Fußgängerzone nicht verödet, der darf sich ruhig selbst mal die Frage stellen, wie oft er Dinge online und nicht beim Händler vor Ort kauft. Aber vielleicht haben die Lockdowns ja in dieser Hinsicht auch etwas Gutes gehabt und die Menschen wissen es wieder zu schätzen, wenn sie das Haus zum Shoppen verlassen dürfen.

Zum Artikel

Erstellt:
8. Juni 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Dieter Bückmann 08.06.202108:29 Uhr

Ja Frau Garms, das haben sie gut erkannt und die Betonung liegt auf "Wirklich".

Oft genug haben die Nienburger Geschäftsleute Konzepte erstellt, aber ach, die Ernüchterung folgte meistens auf dem Fuß. Genehmigungsfähig hiess und heisst das "Zauberwort", welches in den letzten 50 Jahren erdacht wurde und damit fing alles an. Mittlerweile hat man viele dieser Worte erdacht. "Sinn machen - Nachhaltigkeit - Zukunftsfähig" und weitere Bla Bla Worthülsen, die ja - wie wir wissen - Alternativlos sind.

Nur mal als Beispiel: In den 70er Jahren fuhr man in die Stadt, die Lange Strasse hoch und wenn kein Parkplatz da war (man fand immer einen) auch noch mal runter. Oder Georgstrasse rein, links auf die Leinstrasse, Georgstrasse und vor der Ampel gabs auch (gegenüber DINO-Eiskaffee) immer 2-3 Parkplätze. Aber ach, all das - und noch viel mehr - haben Verkehrsplaner ab geschafft. Die Innenstadt verkam dadurch, so ab 19 Uhr zu einer Geisterstadt. weiter Teil 2

Dieter Bückmann 08.06.202108:46 Uhr

2.) Der Leerstand übertraf manchmal die noch offenen Geschäfte, alles wurde in die Randgebiete delegiert ( REAL-JAWOLL- FAMILA z.B. )
Nix mehr an der Disko vorfahren ( im Bereich der Langen Strasse gab es so um die 6 Disko`s ), laufen war angesagt. Wollte aber kaum einer.
Und dann die eklatant steigenden Veränderungen, wer kannte schon Türsteher, oder Security?
Gab es nicht, damals!
Eben zu Coldewey oder Perdoni? Damals kein Problem, man fuhr vor und war da. Heute - laufen und bloß nicht viel einkaufen, musstè alles schleppen. Brrr nee, denn bestell ich den Kram im Internet.
Das Internet war/ist der Totengräber für den Einzelhandel und die Genehmigungsfähigkeit stieg enorm. Die Verwaltungen haben dabei noch geholfen und wurden dabei immer größer.
Jetzt haben wir kaum noch Geschäfte aber die überbordenen Verwaltungen sind uns erhalten geblieben und werden immer mehr. Wozu? Fast immer wenn sich der Staat einmischt, wird eine Geschäftsidee zur Pleite.

von Sohl 08.06.202109:41 Uhr

Es ist schon viel Wehmut dabei, zu erleben, wie belanglos sich die Innenstadt von Nienburg entwickelt hat.
Ich erinnere mich sehr gern an die Zeiten der 70er und 80er Jahre, wenn wir als Bremer den damaligen Charme einer Kleinstadt erleben wollten und nicht nur zum Kaffee trinken nach Nienburg gefahren sind. Es war auch die Vielfalt der unterschiedlichen, individuell geführten Geschäfte, die die Stadt attraktiv machten und eine Lebendigkeit zuließen, die man heute oft leider vermisst.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.