Meinung des Tages: Für die Zukunft bitte ein Konzept

Meinung des Tages: Für die Zukunft bitte ein Konzept

Seit ein paar Tagen können Kinder und Jugendliche aus Nienburg kostenlos ins Freibad am Dobben oder ins Wesavi. Foto: Garms

Kostenlos ins Freibad am Dobben oder ins Ganzjahresbad „Wesavi“ – das ist seit ein paar Tagen für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre möglich. Vorausgesetzt, sie wohnen in der Stadt Nienburg.

Bis zu 10.000 Euro zur Finanzierung wurden dafür kurzfristig bereitgestellt. Besteht ein höherer Bedarf, sollen über Spenden weitere Mittel eingetrieben werden. Einzelkarten würden zwischen 2,00 und 3,60 Euro kosten, auch der bei der Teilnahme an Schwimmkursen ansonsten zu entrichtende Eintritt entfällt.

Hintergrund der Entscheidung des Nienburger Stadtrates, die während der Sommersaison bis zur Schließung in Holtorf gilt: Die Belastung von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie durch das Fehlen sozialer Kontakte, die finanziellen Schwierigkeiten mancher Familien und das Ausfallen der Schwimmkurse über einen längeren Zeitraum sollen gemildert werden.

Nienburg reiht sich mit dem freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in einer Reihe von Städten und Gemeinden mit gleichen oder ähnlichen Angeboten ein wie Hannover und Göttingen. Lüneburg finanzierte hingegen Seepferdchen- und Bronzekurse zu einem vergünstigten Preis, die laut eines NDR-Fernsehberichtes schnell ausgebucht waren. Ähnliches stellte Osnabrück auf die Beine.

Kinder und nicht auch die Eltern in Entscheidungen zu Eintrittsgebühren einzubeziehen, ist wenig sinnvoll, weil jüngere Kinder unsere Bäder nicht unbeaufsichtigt besuchen.

Verwaltung der Stadt Wolfsburg auf eine NDR-Anfrage

Wolfsburg verzichtete auf freien Eintritt, da es wenig sinnvoll sei, „Kinder und nicht auch die Eltern in Entscheidungen zu Eintrittsgebühren einzubeziehen, weil jüngere Kinder unsere Bäder nicht unbeaufsichtigt besuchen“. Familien im Sozialbezug bekämen dort weiterhin Saisonkarten für 25 Euro. Außerdem, wies die Verwaltung aus der VW-Stadt hin, könnte freier Eintritt dazu führen, dass andere Personen keinen Zugang mehr bekämen, weil die Kontingente coronabedingt schnell erschöpft wären.

Meine Meinung dazu: Für die Zukunft wünsche ich mir keine Maßnahme aus dem Bauchgefühl heraus (freier Eintritt für alle), sondern ein passgenaues Konzept, das nach einer vorherigen Analyse ebenso von einer Erfolgskontrolle begleitet wird. Das Konzept muss zudem zwingend neben den städtischen Interessen in gleichem Maße die der Umlandgemeinden einbeziehen, deren Bevölkerung als Besucher und Besucherinnen eine wichtige Rolle spielt.