Wichtig sind die Zahlen in allererster Linie, um Menschen – wie zum Beispiel den Kindern, die von Armut betroffen oder bedroht sind – zu helfen. Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com

Wichtig sind die Zahlen in allererster Linie, um Menschen – wie zum Beispiel den Kindern, die von Armut betroffen oder bedroht sind – zu helfen. Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com

Landkreis 16.07.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Handlungsbedarf ist offensichtlich

Der Anteil der Kinder unter 15 Jahren, die in einer Bedarfsgemeinschaft leben, liegt in der Stadt Nienburg bei 37,41 Prozent. „Das ist ein sehr hoher Wert“, sagt der städtische Sozialpädagoge und Sozialplaner Sebastian Meyer. Er ist für den zweiten Sozialbericht zuständig, den die Stadt jetzt veröffentlicht hat.

In diesem Bericht gibt es jede Menge Zahlen, die zum einen die aktuelle Situation in Nienburg, zum anderen aber auch die zeitliche Entwicklung von Aspekten mit sozialer Bedeutung darstellen. Wichtig sind die Zahlen in allererster Linie, um Menschen – wie zum Beispiel den Kindern, die von Armut betroffen oder bedroht sind – zu helfen. Denn aus den Statistiken lässt sich sehr deutlich herauslesen, wer dringend auf Hilfe angewiesen ist. „Da muss man rangehen und fragen, wie sich die Situation der Kinder fördern lässt, ohne sie zu stigmatisieren“, sagt Sozialplaner Meyer.

Bei der Hilfe für die Kinder sind viele Akteure gefragt, so zum Beispiel die Sozialpädagogen von Einrichtungen in den Stadt- und Ortsteilen. Wichtig sind jedoch auch Akteure, die auf Landes- und Bundesebene dafür zuständig sind, Förderanträge zu bearbeiten. Für Förderanträge reicht es nämlich nicht aus, wenn eine Kommune einfach sagt, wofür sie gerne Geld hätte. Die Anträge müssen mit Zahlen, Daten, Fakten und genauen Angaben zur Verwendung der Fördermittel untermauert werden und damit überzeugen.

Wenn sich also ein Fördertopf findet, mit dem die Stadt Nienburg von Armut betroffene Kinder – auf welche Weise auch immer – unterstützen kann, sollte die Verwaltung die Chance ergreifen. Die notwendigen Zahlen für eine Bewerbung um Fördermittel liefert der Sozialbericht. Und diese Zahlen dürften (leider) für sich sprechen. Denn wenn mehr als ein Drittel der Kinder unter 15 Jahren in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, ist der Handlungsbedarf offensichtlich.

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Erstellt:
16. Juli 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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