Rund 120 Millionen Euro fehlen der Samtgemeinde Mittelweser. Foto: pixabay

Rund 120 Millionen Euro fehlen der Samtgemeinde Mittelweser. Foto: pixabay

Husum 04.10.2021 Von Arne Hildebrandt

Meinung des Tages: Investitionsstau ist katastrophal

Die Samtgemeinde Mittelweser hat einen enormen Investitionsstau. Rund 120 Millionen Euro fehlen. Das hat die Verwaltung herausgefunden. Sie rechnete für eine Umfrage des Landesrechnungshofes den Investitionsbedarf aus. Heraus kam das erschütternde Ergebnis.

941 der 1097 niedersächsischen Kommunen beteiligten sich an der Umfrage. Der Landesrechnungshof wollte herausfinden, wie es um die Finanzen in den Kommunen steht. Die Antwort: schlecht. Insgesamt fehlen rund 20,7 Milliarden Euro. Als Hauptursache nennen die Kommunen unzureichende Finanzmittel und fehlendes Personal.

Samtgemeindebürgermeister Jens Beckmeyer berichtete in der jüngsten Sitzung der Gemeinde Husum über das Desaster. So benötigt Husum zehn Millionen Euro für die Erneuerung von Straßen. 1,35 Millionen Euro müssten in die Erneuerung der Oberflächenentwässerung an Straßen gesteckt werden. 500.000 Euro fehlen für die Modernisierung von Wohnungen, die der Gemeinde gehören.

Eine Diskussion schloss sich Beckmeyers Bericht nicht an, schließlich hatte er die Zahlen dem Rat nur zur Kenntnis gegeben. Meik Philipsen, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft, konnte es nicht fassen. „Ein erschütterndes Werk. Das ist gravierend.“ Er kritisierte, dass Beckmesser das Ergebnis lediglich dem Rat berichtete, obwohl es eigentlich ein Thema wäre. „Die Umfrage skizziert ungeschminkt die katastrophale Finanzlage der Kommunen“, sagte er und riet den Kreis-Nienburger Bundestagsabgeordneten, das Ergebnis mit nach Berlin zu nehmen.

Um Straßen und Schulen sieht es in Niedersachsen besonders schlimm aus. Mehr als die Hälfte des Investitionsstaus fiel auf diese Infrastrukturbereiche. Die Samtgemeinde Mittelweser braucht neun Millionen Euro für Schulen, 14 Millionen Euro für Sportstätten und beide Freibäder sowie sechs Millionen Euro für die Kinderbetreuung. 14,9 Millionen Euro werden für die Erneuerung der Wasserversorgung und Wasserentsorgung. Woher soll das Geld kommen?

Zum Artikel

Erstellt:
4. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 50sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.