Der Bahnübergang Neue Schulstraße soll geschlossen werden. Foto: Arne Hildebrandt

Der Bahnübergang Neue Schulstraße soll geschlossen werden. Foto: Arne Hildebrandt

Estorf 10.07.2021 Von Arne Hildebrandt

Meinung des Tages: Mehr Ruhe und Sicherheit

Aufatmen in Estorf: Bis Ende 2023 soll es auf der Bahnstrecke Nienburg-Minden sicherer und ruhiger werden. Die unbeschrankten Bahnübergänge sollen verschwinden. Entweder werden sie geschlossen oder mit Schranken versehen. Die Züge müssen dann nicht mehr pfeifen.

Jahrelang hat Estorf dafür gekämpft, dass das laute Pfeifen endlich aufhört. Was nach Eisenbahnromantik klingt, raubt den Estorfern den Schlaf. Gleich zwei lange Signaltöne müssen die Loks und Triebwagen je unbeschranktem Bahnübergang abgeben. In Estorf ist das gleich an zwei Bahnübergängen der Fall.

Der Rat der Gemeinde Estorf hat Donnerstagabend beschlossen, dass der Bahnübergang an der Neuen Schulstraße bis Ende 2023 geschlossen werden soll. Zugleich soll der 724 Meter entfernte unbeschrankte Bahnübergang am Feldweg südlich von Estorf Schranken erhalten und der Schotterweg dorthin von der DB Netz AG asphaltiert werden. Der Rat freut sich: Die Neue Schulstraße wird vor allem von landwirtschaftlichen Fahrzeugen entlastet. Sie müssen dann den noch verbliebenen Bahnübergang am Feldweg nutzen. Ob die Estorfer mit dieser Lösung zufrieden sein werden? Schließlich wird der Bahnübergang Neue Schulstraße mehr genutzt als der am Feldweg.

Führte der Spaziergang in den Wald über den Bahnübergang Neue Schulstraße, so muss jetzt ein großer Umweg in Kauf genommen werden. Zwar soll ein Rundwanderweg entlang der Bahnstrecke angelegt werden, aber der direkte Gang über das Bahngleis wird fehlen.

Über den Bau einer Brücke braucht man erst gar nicht nachzudenken. Vor vier Jahren wurden schon Kosten von rund zwei Millionen Euro genannt. Apropos Kosten: Ein beschrankter Bahnübergang soll rund eine Million Euro kosten. Bisher mussten Bund, Land und Kommune die Kosten zu je einem Drittel tragen. Diese Regelung ist weggefallen: Estorf muss nichts mehr zahlen, höchstens rund 30.000 Euro Planungskosten.

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Erstellt:
10. Juli 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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