Es gibt viel Schönes zu erkunden in der näheren Umgebung. Foto: Gajus - stock.adobe.com

Es gibt viel Schönes zu erkunden in der näheren Umgebung. Foto: Gajus - stock.adobe.com

Landkreis 11.10.2021 Von Heidi Reckleben-Meyer

Meinung des Tages: Mensch, ist das schön hier!

„Das habe ich nicht gewusst“ oder „Dass es das hier bei uns gibt, hätte ich gar nicht gedacht“ sind Sätze, die ich mit Blick auf die schöne Umgebung, in der wir hier leben, in den vergangenen rund eineinhalb Jahren öfter gehört habe.

Die Corona-Pandemie machte weite Reisen zeitweilig komplett unmöglich, sodass viele Menschen ihre nähere Umgebung erkundeten und entdeckten. Viel versprochen hatten sie sich davon wohl nicht, denn die Überraschung darüber, was es hier so alles gibt, kommt nicht von ungefähr.

Diese Erkundungstouren bescherten allen Naherholungszielen Besucherzahlen, die vorher auch in besten Zeiten nicht erreicht wurden. So berichteten Thomas Beuster und Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) auch davon, dass sie Wanderer und Radfahrer an Stellen angetroffen hatten, wo sie vorher zehn Jahre lang keiner Seele begegnet waren.

Und auch auf den neu hergerichteten Promenaden in Bad Rehburg war man nicht – wie sonst oft – allein unterwegs. So haben viele Kreis-Nienburger auch schon den Märchenweg in den Rehburger Bergen besucht, haben die vom Kettensägenschnitzer Holger Döpke gestalteten Märchenfiguren bestaunt, entdeckten die vielfältigen Radwege durch den Landkreis und entlang der Weser. Und wer ein E-Bike fährt, muss sich weder über Gegenwind noch den Rückweg Gedanken machen.

Grundsätzlich hat die Corona-Pandemie den Blick auf Urlaub verändert. Viele haben sich ein Wohnmobil gekauft. Die Neuzulassungen für 2020 lagen bei 76.000 Fahrzeugen und damit bei einem Plus von 40 Prozent. Bis September dieses Jahres wurden weitere 67.000 Wohnmobile neu angemeldet. Viele Neucamper sind jedoch genervt und frustriert, denn ihr geplantes Vagabundenleben, das die große Freiheit versprach, traf recht schnell auf volle Stellplätze, die zähe Suche nach einem Schlafplatz und nicht selten auf die Erkenntnis, dass wenn so viele losfahren, es mit der vermeintlichen Freiheit auch nicht weit her ist.

Ob das Erkunden und Entdecken der heimischen Region anhalten wird, wenn die Pandemie abgeflaut ist, bleibt abzuwarten. Die Wertschätzung für sie wird aber hoffentlich bleiben.

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Erstellt:
11. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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