Der Nienburger AWO-Kriesverband fürchtet eine Kürzung der Fördermittel. Foto: stock.adobe

Der Nienburger AWO-Kriesverband fürchtet eine Kürzung der Fördermittel. Foto: stock.adobe

Landkreis 07.07.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Nicht an falscher Stelle sparen

Viele Projekte und Einrichtungen – insbesondere im sozialen Bereich – sind auf staatliche Fördermittel angewiesen. So auch die AWO. Derzeit fürchtet der Nienburger AWO-Kreisverband, dass die Fördermittel für die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ab 27 Jahre gekürzt werden.

Die AWO leistet mit dieser Beratung einen wichtigen Beitrag zur Integration. Und das sollte dem Staat doch einiges wert sein. Denn wenn die Integration gar nicht oder nur schlecht gelingt, kann das sehr negative Folgen haben.

Auch das Argument, dass Fördermittel für die Integration rausgeschmissenes Geld seien, weil Migrantinnen und Migranten sich ohnehin nicht integrieren wollten und lieber unter sich blieben, zieht nicht. „Das Vorurteil, dass sie nur in ihren Communities bleiben und es auch nicht anders wollen, hält sich leider hartnäckig“, sagt Celsy Dehnert, 1. Vorsitzende des Nienburger AWO-Kreisverbandes. Dabei beobachten sie und die Mitarbeitenden der Migrationsberatung, dass die Männer und Frauen sich sehr wohl integrieren, die deutsche Sprache lernen und hier arbeiten wollen.

Doch nicht selten werden ihnen dabei Steine in den Weg gelegt. Wie zum Beispiel bei der Irakerin Khonaf Ali Hussein, die – obwohl sie schon seit rund sechs Jahren in Nienburg lebt – noch immer keine Aufenthaltserlaubnis hat und damit gewissermaßen in der Luft hängt. „Wir haben es hier mit Menschen zu tun, die nicht wissen, wie es für sie in der nächsten Woche weitergeht“, beschreibt Dehnert die Situation von so manchen Migrantinnen und Migranten. Diese Situation dürfte für die meisten Menschen, die in einem Land wie Deutschland geboren und aufgewachsen sind, nicht wirklich nachzuvollziehen sein.

Schwer nachzuvollziehen ist auch, dass in einem solchen Bereich überhaupt daran gedacht wird, Fördermittel zu kürzen. Sicherlich gibt es sinnvollere Wege, Geld einzusparen.

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Erstellt:
7. Juli 2021, 07:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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