Am kommenden Mittwoch soll das Urteil im Prozess „Weserleichen“ gesprochen werden. Foto: Lüers-Grulke

Am kommenden Mittwoch soll das Urteil im Prozess „Weserleichen“ gesprochen werden. Foto: Lüers-Grulke

Nienburg, Verden 02.10.2021 Von Sabine Lüers-Grulke

Meinung des Tages: Nun soll alles ganz schnell gehen

Der Mordprozess im Fall „Weserleiche“ nähert sich dem Ende. Auf der einen Seite ist das gut, denn zumindest die Öffentlichkeit und so auch die Pressevertreter sind müde. Seit Jahresbeginn geht es vor der 1. Großen Strafkammer darum, ob das Nienburger Trio um einen damals 40-Jährigen eine junge Frau an eine Betonplatte gefesselt und in der Weser versenkt hat, um sie zu ertränken. Viele entsetzliche Details wurden ausgebreitet. Doch die Angeklagten schweigen immer noch.

Nach knapp 30 Verhandlungstagen soll es jetzt auf einmal ganz schnell gehen. Nachdem kürzlich noch Verhandlungstermine bis ins nächste Jahr gesucht wurden, soll nun schon am Mittwoch das Urteil fallen. Der Vorsitzende Richter hat gestern alle Anträge von Staatsanwaltschaft und Pflichtverteidigern abgelehnt, die das Verfahren hätten noch weiter in die Länge ziehen können. Dazu gehörten auch Einwände, dass man in der Stadthalle Verden dem Prozess als Zuhörer nicht folgen konnte, weil man akustisch nichts verstand. Zeugen und Kammer sprachen mal mit Maske, mal nicht in die Mikrofone, mal viel zu leise, oder die Lautsprecherbox war kaputt.

So riecht es eigentlich schon jetzt danach, dass eine Revision auf das Urteil folgen wird, wie auch immer dies ausfällt. Doch niemand sollte sich wundern, wenn trotz aller gehörten Grausamkeiten am Mittwoch Freisprüche erfolgen werden. Die Bahnen dafür sind jedenfalls schon geebnet worden.

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Erstellt:
2. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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