Bundesweit warten derzeit rund 9000 Menschen auf ein Spenderorgan. Foto: Alexander Raths - stock.adobe.com

Bundesweit warten derzeit rund 9000 Menschen auf ein Spenderorgan. Foto: Alexander Raths - stock.adobe.com

Nienburg 05.06.2021 Von Holger Lachnit

Meinung des Tages: Organspende – ein Akt der Solidarität

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Coronapandemie viele Themen überlagert, die wichtig für unsere Gesellschaft sind. Dazu gehört auch die Organspende. Anlässlich des heutigen „Tags der Organspende“ finde ich es wichtig, bei aller Freude über sinkende Infektionszahlen und weitere Lockerungen das Thema in den Fokus zu bringen.

Im ersten Quartal des Jahres sind in Niedersachsen 60 gespendete Organe einem anderen Menschen eingepflanzt worden. Diese Organe stammen von 20 Spendern. Das hat Sozialministerin Daniela Behrens mitgeteilt. Bundesweit warten derzeit rund 9000 Menschen auf ein Spenderorgan. Allein in Niedersachsen sind es rund 1000!

Da ist es geradezu tragisch, dass die Zahl der Transplantationen sinkt: Spenderorgane können einem hirntoten Menschen entnommen werden, wenn er zu Lebzeiten schriftlich zugestimmt hat oder wenn seine Angehörigen zustimmen. In Niedersachsen wurden im ersten Quartal insgesamt 80 Organe transplantiert – im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 100.

Ich bin Organspender. Denn ich finde es beruhigend, dass ich auch nach meinem Tod das Leben von meinen Mitmenschen verlängern kann. Und für mich ist das auch ein Akt der Solidarität. Denn niemand weiß, ob er nicht selbst irgendwann auf ein Spenderorgan angewiesen sein wird.

Für alle diejenigen, die Organe spenden möchten, empfiehlt es sich, ihren Willen möglichst schriftlich zu dokumentieren. Damit ersparen sie ihren Angehörigen die belastende Situation, entscheiden zu müssen.

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Erstellt:
5. Juni 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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