Ein Schild am Beginn des Schutzstreifens sowie Piktogramme sollen die Fahrradspur deutlicher erkennbar machen. Foto: Garms

Ein Schild am Beginn des Schutzstreifens sowie Piktogramme sollen die Fahrradspur deutlicher erkennbar machen. Foto: Garms

Nienburg 21.09.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Rücksichtnahme ist das Wichtigste

Wenn es um das Thema Straßenverkehr geht, ist häufig von einer „neuen Aufteilung der Verkehrsräume“ die Rede. Konkret gemeint ist damit, dass nicht mehr von vornherein dem Kraftfahrzeugverkehr der meiste Platz eingeräumt wird, und die Fahrradfahrenden schauen müssen, wo sie bleiben.

Auch in Nienburg nimmt man sich das Thema zu Herzen. Neustes Projekt ist der Radfahrschutzstreifen, der für eine dreimonatige Testphase auf der Hannoverschen Straße eingerichtet worden ist. DIE HARKE hatte sich gleich am ersten Tag der Testphase bei Radfahrenden umgehört, die sich eher kritisch zeigten. Der ADFC, die Polizei und die Stadt Nienburg hingegen ziehen jetzt nach knapp drei Wochen ein recht positives Fazit – wenn es auch durchaus Kritikpunkte gibt.

Fakt ist, dass bisher „schlimme Folgen“, die die Kritiker des Radfahrschutzstreifens prophezeit hatten, ausgeblieben sind. So gibt es keine Staus, obwohl die Abbiegespuren weggefallen sind. Und nach Angaben der Polizei hat es auch keine Unfälle, die im Zusammenhang mit dem Schutzstreifen stehen, gegeben. Das heißt allerdings nicht, dass der Optimalzustand erreicht ist. Schließlich ist es eine Testphase, in der herauszufinden gilt, ob der Schutzstreifen auf dieser Straße sinnvoll ist.

Während es vom Sachgebietsleiter Verkehr bei der Polizei, Werner Müller, dazu ein eindeutiges „Ja“ gibt, wird es immer Kritiker geben, die die Fahrradspur an dieser Stelle für komplett deplatziert halten. Wenn die Politik nach der Testphase darüber entscheidet, ob der Schutzstreifen bleiben soll, muss sie zwingend berücksichtigen, was die Bürgerinnen und Bürger darüber denken – auch wenn der Wahlkampf dann schon lange beendet ist.

Das Wichtigste im Straßenverkehr ist ohnehin die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Kein Autofahrer sollte Radfahrer verteufeln und umgekehrt. Denn wenn jeder blindlings auf seinem Recht beharrt, ist damit niemandem geholfen.

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Erstellt:
21. September 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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