Die Bergung des in der Weser in Höhe des Flusskilometers 271 halb gesunkenen Motorschiffes "West Oder 1" bei Marklohe läuft.Foto: Schwiersch

Die Bergung des in der Weser in Höhe des Flusskilometers 271 halb gesunkenen Motorschiffes "West Oder 1" bei Marklohe läuft.Foto: Schwiersch

Landkreis 16.08.2021 Von Sebastian Schwake

Meinung des Tages: Rücksichtsloses Verhalten

Sportbootfahrer fahren in nach Schiffsunfall gesperrten Bereich

Das in der Weser havarierte Motorschiff „West Oder 1“ und dessen Bergung hält die Rettungskräfte schon mehr als eine Woche lang in Atem. Die Helfer der heimischen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerkes arbeiten Stunde um Stunde, damit das mit Mais beladene Schiff schnellstmöglich geborgen und die Weser im Streckenabschnitt zwischen der Schleuse Drakenburg in Sebbenhausen und Nienburg wieder für sämtlichen Schiffsverkehr freigegeben werden kann. Die Betonung liegt dabei auf sämtlichen.

Denn in den vergangenen Tagen sind drei Sportboote in den für Schiffe, auch für Sportboote, um die Unglücksstelle gesperrten Bereich gefahren. Das ist verantwortungslos. Die Rettungskräfte haben in mühevoller Schwerstarbeit das Motorschiff gesichert. Etliche Taue, die um Erdpfähle geknotet sind, sollen ein Abrutschen des Schiffes vom Uferbereich aus in die Tiefe der Weser verhindern.

Das Verhalten der drei Sportbootfahrer ist unverantwortlich

Das gelingt bislang. Nun haben die Sportbootfahrer riskiert, dass das Schiff durch Wellengang hätte abrutschen können – in einen Bereich der Weser, der dort eine Tiefe von bis zu fünf Meter hat. Das hätte die ohnehin schon schwierige Bergung des Motorschiffes noch zusätzlich erschwert. Das Verhalten der drei Sportbootfahrer ist unverantwortlich. In diesem Bereich geht es nicht um Spaß, sondern um bitteren Ernst.

Die Sportbootfahrer müssen sich auf Anzeigen gefasst machen

Es sollte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass dort ein Schiff halb gesunken ist und es noch geborgen werden muss, damit die Weser für Binnenschiffe, die wie die beiden am Unfall beteiligten Schiffe auch Lebensmittel wie Mais oder Linsen transportieren, wieder freigegeben wird und diese nicht einen extremen Umweg fahren und deswegen viel Geld draufzahlen müssen.

Das Thema geht seit Tagen durch die nationalen wie auch internationalen Medien, das müsste mittlerweile auch der letzte Sportbootfahrer mitbekommen haben. Die Sportbootfahrer müssen sich auf Anzeigen gefasst machen und werden sicherlich zur Kasse gebeten. Gut so!

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Erstellt:
16. August 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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