Auch diese direkt an der Straße gelegene Wand auf dem Gelände der Grundschule am Bach war im September mit Schriftzügen beschmiert worden. Foto: Garms

Auch diese direkt an der Straße gelegene Wand auf dem Gelände der Grundschule am Bach war im September mit Schriftzügen beschmiert worden. Foto: Garms

Nienburg 16.10.2021 Von Manon Garms

Meinung des Tages: Tätern keine Plattform bieten

Anfang September herrschte an der Grundschule am Bach in Erichshagen-Wölpe Fassungslosigkeit. Unbekannte hatten Fenster, Türen und Wände mit diversen Schriftzügen beschmiert. „Maske ab“, „Nazi Lehrer“, „Covid ist eine Lüge“; „Corona KZ“, „Freiheit“, „Mörder“ und „Kinder Schänder“ stand dort in weißer Farbe geschrieben.

Wie Burkhard Walther von der Nienburger Stadtverwaltung jetzt noch einmal in der Sitzung des Erichshagener Ortsrates betonte, hat die Stadt Strafantrag gestellt, und der Staatsschutz ermittelt. Es sind allerdings noch immer nicht alle Schmierereien entfernt. An der Wand, die direkt an der Straße liegt, sind die hässlichen Schriftzüge noch immer deutlich lesbar. Der Grund: Die Wand war von einem Künstler bunt gestaltet worden, und laut Walther will die Stadt dieses Kunstwerk nicht durch das Entfernen der Schmierereien zerstören. Stattdessen soll der Künstler sein Werk selbst wieder in einen einwandfreien Zustand versetzen, hat dafür aber wohl noch keine Zeit gefunden.

Erichshagen-Wölpes Ortsbürgermeister Tim Hauschildt hat dafür kein Verständnis: „Die Situation ist belastend für Eltern, Lehrer und Schüler. Die Schmierereien müssen zeitnah verschwinden, denn man darf solchen Tätern nicht über eine längere Zeit eine Leinwand bieten. Dann muss eine provisorische Lösung gefunden werden“, forderte Hauschildt. Damit hat er vollkommen recht.

Es kann nicht sein, dass solch schreckliche Schmierereien über mehrere Wochen geduldet werden, nur weil der Künstler – aus welchem Grund auch immer – noch keine Zeit gefunden hat. Denn die Schriftzüge sind nicht nur für Lehrer, Eltern und Schüler belastend. Es droht auch die Gefahr, dass – je länger sie im öffentlichen Straßenraum sichtbar sind – auch andere Übeltäter auf die Idee kommen, sich auf diese Weise irgendwo „zu verewigen“. Und dass kann auch kein Künstler wollen, denn in diesem Fall sollte konsequentes Handeln, also das Entfernen der Schmierereien, vorgehen. Auch wenn das Kunstwerk dadurch vorübergehend beschädigt wird.

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Erstellt:
16. Oktober 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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