Meinung des Tages: Veranstalter zögern noch in Sachen 2-G

Meinung des Tages: Veranstalter zögern noch in Sachen 2-G

Konzerte ohne Abstand und Maske: unter 2-G-Bedingungen wieder möglich. Foto: Roman Rvachov - stock.adobe.com

Seit dieser Woche ist es auch in Niedersachsen für Gastronomen und Veranstalter möglich, anstelle der 3-G-Regelung auf die 2-G-Regel zu setzen und nur noch Geimpfte und Genesene zuzulassen.

Wer nicht geimpft ist, bliebe trotz eines möglichen negativen Corona-Tests außen vor. Das Modell wird beispielsweise in Hamburg schon seit Ende August praktiziert. Ausnahmen für Kinder, Jugendliche und andere Menschen, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen – oder noch nicht – geimpft werden können, sind möglich. Die meisten Reaktionen, so hört man, sind dort positiv.

Genau wie in Hamburg muss auch in Niedersachsen niemand diese Möglichkeit umsetzen. Sie böte aber Veranstaltern die Chance, ihre Raumkapazitäten auszunutzen. Besucher könnten ohne Abstand und ohne Maske wieder Konzerte und Theateraufführungen in vollen Häusern erleben. Einige Veranstalter, mit denen ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe, zögern dennoch. Sie wollen niemanden ausschließen.

Das ist verständlich. Theater haben beispielsweise einen Bildungsauftrag, und bei Veranstaltungen in Kirchen soll, genau wie bei Gottesdiensten, auch niemand außen vor bleiben müssen. Andererseits ergeben sich aus den unterschiedlichen Regelungen in Deutschland für Musiker und andere Kulturschaffende Probleme. Die Band „Die Ärzte“ hat gerade ihre ausverkaufte Tour abgesagt, die eigentlich im Oktober starten sollte. Der Grund: die „unübersichtliche und in den Bundesländern uneinheitlich geregelte Corona-Situation“. Sie mache eine Planung unmöglich. Sicherlich werden demnächst noch mehr Künstler folgen (müssen).

Warum soll man Geimpften und Genesenen weiterhin ihre Rechte vorenthalten? Warum müssen sie unter Umständen den ganzen Abend mit Maske im Veranstaltungssaal sitzen? Ich vermute einfach, es würden ohnehin kaum Impfverweigerer kommen und sich vorab testen lassen. Zumal die Tests demnächst auch noch das eigene Portemonnaie belasten werden.

In einer Fernsehsendung kamen neulich einige Impfgegner zu Wort, die sich über die Pläne zur teilweisen Verschärfung von 3-G auf 2-G beispielsweise in Restaurants äußerten: „Ich geh sowieso nirgends hin“, sagte da eine Frau. Ihre Entscheidung. Aber sie sollte auch nicht weiterhin Solidarität von Geimpften und Genesenen einfordern.