Das latente Gefühl: umzingelt von Corona.  Foto: Thaut Images - stock.adobe.com

Das latente Gefühl: umzingelt von Corona. Foto: Thaut Images - stock.adobe.com

Nienburg 30.01.2022 Von Edda Hagebölling

Meinung des Tages: Von Corona umzingelt

Strom und Gas immer teurer“, „Deutschlandweite Inzidenz über 1000“, „Überfüllte Praxen, verzeifelte Kinder“, „Länder kritisieren KfW-Förderstopp“. Die Schlagzeilen vom Freitag waren wahrlich nicht dazu angetan, gut gelaunt ins Wochenende zu starten. Zum Glück das letzte Wochenende im Gruselmonat Januar. Und das Wochenende, an dem es die Halbjahreszeugnisse gegeben hat.

Natürlich wären die Schlagzeilen anders ausgefallen, wenn Corona uns nicht immer noch fest im Griff hätte. Die Häuslebauer können sicherlich schon bald damit rechnen, dass Habeck & Co ein neues Förderprogramm auf den Weg bringen. Parallel vertrauen viele Corona-Gebeutelte fest darauf, dass die Prognosen der Wissenschaftler zutreffen und ab Mitte Februar das Schlimmste überstanden ist. Ist bisher nicht immer eingetreten, was Drosten & Co. vorausgesagt haben? Einschließlich der aktuellen Situation.

Haben auch Sie das Gefühl, von Corona regelrecht umzingelt zu sein? Coronapositive Kinder, coronapositive Eltern, coronapositive Lehrkräfte und Erzieherinnen, coronapositive Kontaktpersonen. Im Landkreis waren Stand Freitagmorgen offiziell 1149 Personen infiziert und 2226 Menschen in Quarantäne. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Der Inzidenzwert betrug 926,5.

Aber was hilft’s? Die Betroffenen wissen längst, was zu tun ist. Auch wenn der Anruf des Gesundheitsamtes nicht sofort kommt. Und irgendwie scheint es tatsächlich so zu sein, dass das aktuelle Virus zumindest bei den Geimpften und auch bei den Kindern einen milden Verlauf nimmt. Drücken wir die Daumen, dass die Experten auch in diesem Fall Recht behalten. Den Nichtgeimpften ist natürlich ebenfalls zu wünschen, dass es ihnen nicht zu schlecht geht.

Sorge bereitet vielen Menschen aber auch eine andere unsägliche Entwicklung. Der Krebs des Antisemitismus ist wieder erwacht“, hat die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher am Donnerstag im Verlauf der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag zu bedenken gegeben. Zudem zu sehen, dass Coronaleugner den Judenstern tragen und ihr Leben in Freiheit und Wohlstand mit dem Leiden der deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden auf eine Stufe stellen, ist für sie kaum zu ertragen.

Mut macht dagegen, dass es Filme wie „Die Wannseekonferenz“ gibt, oder dass Nienburger Buchhändler die Auslage in ihrem Schaufenster auf den Holocaust-Gedenktag abstimmen.

Mut machen kann auch dieses Thema. Der Markloherin Regina Andresen und ihrem Team ist es zu verdanken, dass Menschen in Nigeria dank der Spenden aus dem Landkreis Nienburg ihren Alltag jetzt etwas besser bewältigen können. Sie konnten Gehhilfen und Rollstühle in Empfang nehmen.

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Erstellt:
30. Januar 2022, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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