Durch die Anträge kommt nun auch auf die Bediensteten im Nienburger Rathaus jede Menge Arbeit zu. Foto: Garms

Durch die Anträge kommt nun auch auf die Bediensteten im Nienburger Rathaus jede Menge Arbeit zu. Foto: Garms

Nienburg 22.07.2021 Von Nikias Schmidetzki

Meinung des Tages: Wahlwerbung? War das nicht!

Immerhin sahen auch zahlreiche Stadtratsmitglieder kritisch, was sich da am Dienstagabend abgespielt hat. Über zweieinhalb Stunden (in Zahlen 2,5) debattierten sie fast ausschließlich über Anträge aus den Fraktionen. Und die sind dann allesamt in die entsprechenden Fachausschüsse verwiesen worden.

Stehen sie dort auf der Tagesordnung, werden sie wieder zum Diskussionsthema und schaffen es nach einiger Zeit meist zurück in den Rat, wo dann endgültig über sie abgestimmt wird. Wahlkampf attestierten Ratsfrauen und Ratsherren den jeweils anderen Fraktionen. Eigentlich, so äußerten sich ebenfalls Politikerinnen und Politiker aller Seiten, wollten sie dazu ja gar nichts sagen. Um es dann aber eben doch zu tun.

Durch die Anträge kommt nun auch auf die Bediensteten im Nienburger Rathaus jede Menge Arbeit zu. Dafür werden sie bezahlt – in Ordnung. Aber auch am Abend der Sitzung waren einige von ihnen im Einsatz. Alleine um die Mikrofone in der Aula der Berufsbildenden Schulen nach jedem Redner zu desinfizieren und am Eingang die Anwesenheitsliste zu führen und für einen ordentlichen Ablauf zu sorgen, hatten sie gut zu tun.

Nun lebt Demokratie von Auseinandersetzungen, vom Umgang mit anderen Meinungen und manchmal auch davon, sich schweren Herzens vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Wenn Ratsvorsitzender Stefan Hambruch sichtlich genervt gegen Ende der Sitzung erklärt, er werde künftig – viele Sitzungen hat er nicht mehr – wieder genau darauf achten, dass jeder nur die ihm zustehende Redezeit bekommt und keine zusätzlichen Beiträge zuzulassen, dann mag das kleinkariert erscheinen – ist aber der genau richtige Weg.

Denn Sitzungen wie diese jüngste sind für die verbliebenen Zuschauerinnen und Zuschauer im Saale alles andere als gute Werbung. Da würde es auch nichts ändern, Sitzungen online verfolgen zu können, worauf einer der eingebrachten Anträge zielte. Aber Werbung für sich wollte ja ohnehin niemand machen – außer vielleicht die jeweils andere Fraktion.

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Erstellt:
22. Juli 2021, 07:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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