Das Möbellager in Leese muss schließen. Die Verantwortlichen geben unter andererm eine stark sinkende Nachfrage als Grund an. Foto: Reckleben-Meyer

Das Möbellager in Leese muss schließen. Die Verantwortlichen geben unter andererm eine stark sinkende Nachfrage als Grund an. Foto: Reckleben-Meyer

Landkreis 26.08.2021 Von Jörn Graue

Meinung des Tages: Was spricht gegen Weiterverwendung?

Diakonie-Möbellager in Leese schließt zum 30. September / Nachdenken über eigene Kaufgewohnheiten

Was spricht dagegen, gut erhaltene und funktionstüchtige Gegenstände wie Möbel oder Elektrogeräte weiterzuverwenden? Aus meiner Sicht rein gar nichts. Alle Welt redet von Nachhaltigkeit, von endlichen natürlichen Ressourcen und dem Eintritt für mehr Klimaschutz.

Wie passt es da ins Bild, dass das Möbellager „Möbel&Mehr“ der Diakonie Stolzenau-Uchte in Leese zum 30. September schließen muss? Die Verantwortlichen für die Einrichtung, die es seit 2003 gibt, führen unter anderem eine zuletzt stark sinkende Nachfrage und als unmittelbare Folge wegbrechende Einnahmen sowie veränderte Kaufgewohnheiten an. Offenbar ist es für viele weitaus attraktiver, auch Einrichtungsgegenstände über das Internet zu bestellen oder bei erklärten Billigheimern auf Schnäppchenjagd zu gehen. Ein womöglich für viele wesentliches und nicht zu entkräftendes Argument: „Dann habe ich etwas neu und eben nicht nur gebraucht.“

Ist der gebrauchte Schrank nicht robuster und langlebiger als der neu gekaufte?

Sofort drängt sich allerdings die Frage auf: Mache ich im Möbellager nicht den viel besseren „Schnapper“, weil beispielsweise der Schrank zwar gebraucht, aber in der Verarbeitung wesentlich hochwertiger und damit womöglich robuster und langlebiger ist als der neu gekaufte? Das mag nun jede/r für sich selbst beantworten.

„Möbel&Mehr“ bot Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Klar ist allerdings, dass mit dem Möbellager in Leese eine Einrichtung verschwindet, die vielen Menschen in schwierigen Lebenssituationen geholfen hat. Das ist gut und den Akteuren gebühren dafür Dank und Anerkennung. Ausbleibende Kunden haben nun letztlich mit den Füßen und/oder dem Mauszeiger abgestimmt, sodass „Möbel&Mehr“ in absehbarer Zeit Geschichte sein wird.

Auch die Diakonie muss betriebswirtschaftlich handeln

Es ist legitim, dass auch die Diakonie nach betriebswirtschaftlichen Kriterien vorgehen muss. Leicht werden sich die Verantwortlichen die Entscheidung für die Schließung kaum gemacht haben.

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Erstellt:
26. August 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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