Das Niedersächsische Verbraucherministerium veröffentlicht Mängelliste von Kontrollbesuchen – ist dieser Online-Pranger sinnvoll?  Foto: Alex Grass - stock.adobe.com

Das Niedersächsische Verbraucherministerium veröffentlicht Mängelliste von Kontrollbesuchen – ist dieser Online-Pranger sinnvoll? Foto: Alex Grass - stock.adobe.com

Landkreis 13.11.2021 Von Matthias Brosch

Meinung des Tages: Wie sinnvoll ist Online-Pranger?

Niedersächsisches Verbraucherministerium veröffentlicht Mängelliste von Kontrollbesuchen

Die Hürde, um am Pranger des Onlineportals des niedersächsischen Verbraucherministeriums zu landen, ist sehr niedrig. Natürlich befürwortet jeder Transparenz, aber tatsächlich auf diese Art und Weise?

Erst seit kurzer Zeit sind die Landkreise angehalten, bei voller Namensnennung der Betriebe die ermittelten Hygienedefizite im Internet zu verbreiten. Grundsätzlich begrüßenswert, aber: Im vorliegenden Fall waren die Beanstandungen umgehend binnen weniger Tage behoben, was in der Veröffentlichung zwei Wochen später zwar erwähnt wurde, sie aber nicht stoppte.

Gast will „Asia World“ eine zweite Chance geben

Wird im Vergleich auf Betrüger und Betrügerinnen aus dem gastronomischen Bereich geschaut, die beispielsweise Steuern bewusst hinterziehen und damit zweifelsfrei der Allgemeinheit schaden, kann festgestellt werden, dass diese – abgesehen von der Verurteilung durch ein Gericht – oft unerkannt wegkommen. Im Internet ist davon bei Eingabe ihres Namens nichts zu finden. Auch wenn sie andere Straftaten begehen. In diesen Fällen wird in der medialen Berichterstattung nahezu immer anonymisiert der Sachverhalt wiedergegeben und kein Pranger errichtet.

Anders verhält es sich bei den Veröffentlichungen auf dem Onlineportal des niedersächsischen Verbraucherministeriums: Da die Betriebe mit allen festgestellten Mängeln für alle einsehbar für sechs Monate genannt werden, wird das Thema natürlich mit voller Namensnennung diskutiert.

Das bisher Beschriebene soll bei einem Betrieb, der die Hygienemaßnahmen vernachlässigt haben soll und die Gesundheit der Gäste gefährdet haben könnte, die Mängel keinesfalls relativieren. Wie gab aber ein Bekannter von mir zu bedenken: Wenn tatsächlich etwas Gravierendes vorgefallen wäre, dann hätte der Laden doch sofort geschlossen werden müssen. Er will „Asia World“ eine zweite Chance geben.

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Erstellt:
13. November 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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