Nicht immer führt ein Navigationsgerät auf dem schnellsten Weg zum Ziel. Foto: Anterovium - stock.adobe.com

Nicht immer führt ein Navigationsgerät auf dem schnellsten Weg zum Ziel. Foto: Anterovium - stock.adobe.com

Landkreis 23.08.2021 Von Jörn Graue

Meinung des Tages: mein Navi und ich auf kleiner Fahrt

Von den Nachteilen technischer Helfer und der Sinnhaftigkeit von Schildern

An sich gehöre ich nicht zu der Sorte Mensch, die sich allzu leichtfertig auf technische Hilfsmittel verlässt. Mein bereits einige Jahre altes Navigationsgerät ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Immer wieder hat es mich schon passgenau auch an entlegene Orte geführt. So sollte es auch jetzt wieder sein – hatte ich zumindest im Vorfeld gedacht.

Vor Kurzem ging es nach Warmsen und dort zum Campingplatz „Moorcamp“. Dort sind derzeit drei Ehepaare aus Sourdeval zu Gast. Seit vielen Jahren besteht eine Städtepartnerschaft zwischen dem Ort in der Normandie und dem Flecken Uchte. Dass der Weg zum Campingplatz ausgeschildert sei, hatte ich im Vorfeld erfahren. Doch statt an dem entsprechenden Schild die Hauptstraße zu verlassen, hörte ich auf die freundliche Stimme von „Frau Navi“, die eine andere Route vorgab. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich erreichte mein Ziel. Allerdings geschah dies erst mit etwa 15-minütiger Verspätung. Das Gerät lotste mich nämlich umständlich über eine Reihe von Straßen und Wirtschaftswegen durch die Feldmark.

Anhalten und nach dem Weg fragen?

So hatte ich zwar stets eine Ahnung, wo ich hinfahren wollte. Allerdings beschlichen mich zusehends Zweifel, dass ich mich auf der richtigen Route befand. Anhalten und an den vereinzelten Häusern jemanden fragen? Ich bin mir sehr sicher, dass man mir sofort kompetent weitergeholfen hätte. Aber die Peinlichkeit, den Weg nicht selbst zu finden, wollte ich mir ersparen.

Umwege sind nicht erstrebenswert

Letztlich führte mich mein Navi ja doch ans Ziel. Allerdings bescherte mir die Route einen Umweg von mehreren Kilometern, was unter ökologischen Gesichtspunkten nicht erstrebenswert ist. So werde ich mich künftig also auch bei vermeintlich kurzen Distanzen stärker im Vorfeld mit der kürzesten Strecke befassen. Navis sind hilfreich und meines hat mir nahezu immer gute Dienste geleistet. Dennoch zeigte mir die kleine Fahrt ins Umland von Warmsen, dass auch technische Helfer so ihre Nachteile haben. Einem Schild zu folgen, ganz einfach und analog, kann manchmal eine wahrlich gute Idee sein.

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Erstellt:
23. August 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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