Gerichtsberichterstattung ist ein wichtiger Teil journalistischer Arbeit. Foto: stock.adobe

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Landkreis 11.06.2021 Von Sabine Lüers-Grulke

Meinung des Tages: Vor Gericht und auf hoher See

Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, so lautet ein geflügeltes Wort.

Auf hoher See war ich leider dank Corona schon lange nicht mehr, aber für das Gericht im Allgemeinen und derzeit das Landgericht Verden im Besonderen kann ich da schon Parallelen ziehen.

Gerichtsberichterstattung ist ein wichtiger Teil journalistischer Arbeit. Je spektakulärer das Verbrechen, desto höher ist die Aufmerksamkeit der Leser: Sie wollen und sie sollen auch wissen, wie die Verhandlung ausgeht und der oder die Täter bestraft werden. Das zeigt sich auch im aktuellen Fall „Weserleiche“.

Weil aufgrund der Coronapandemie und der geltenden Abstandsregeln die Plätze im Gerichtssaal beschränkt sind, können neben der Kammer, der Staatsanwaltschaft, den Angeklagten und ihren Verteidigern samt Justizpersonal, Zeugen und Sachverständigen nur eine bestimmte Zahl Pressevertreter und Zuhörer dabei sein. Auch so schon kommen immer zwischen 30 und 40 Personen zusammen. Deshalb finden die Verhandlungstage in der größeren Stadthalle statt.

Was kein Problem wäre, wenn die Akustik stimmen würde: Doch regelmäßig vergessen die Verfahrensbeteiligten, ihre Mikrofone anzuschalten, oder sie reden daran vorbei. Sie nehmen ihre Masken nicht ab beim Sprechen, reden zu leise oder so schnell wie früher Dieter Thomas Heck bei der Hitparade. Der Höhepunkt gestern waren kaputte Lautsprecherboxen. So kann auch der bemühteste Reporter der Öffentlichkeit nicht vernünftig berichten, weil er bzw. sie selbst nur die Hälfte versteht und den Rest erraten muss.

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Erstellt:
11. Juni 2021, 07:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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