Das Sestetto Stradivari mit David Romano, Marlène Prodigo (beide Violine), Raffaele Mallozzi und David Bursack (Viola) sowie Sara Gentile und Diego Romano am Cello (von links) spielte am Mittwochabend im Giebelsaal. Foto: Lüers-Grulke

Das Sestetto Stradivari mit David Romano, Marlène Prodigo (beide Violine), Raffaele Mallozzi und David Bursack (Viola) sowie Sara Gentile und Diego Romano am Cello (von links) spielte am Mittwochabend im Giebelsaal. Foto: Lüers-Grulke

Nienburg 30.01.2020 Von Sabine Lüers-Grulke

Melodische Schönheiten

Sestetto Stradivari versetzt das Publikum beim Meisterkonzert in Entzücken

Streicherquartette sind allgegenwärtig, Streichersextette eher selten. Der satte Klang des Sestetto Stradivari, bestehend aus Mitgliedern des Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, entzückte das Publikum am Mittwochabend im wie immer ausverkauften Meisterkonzert im Giebelsaal der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule.

Dass es gelungen war, „zwar nicht eines der berühmtesten Orchester der Welt selbst, aber dessen sechs Stimmführer nach Nienburg zu holen“, freute Kulturamts-chef Wolfgang Lange ganz besonders. Die beiden Musikerinnen und vier Musiker mit ihren je zwei Geigen, Violen und Celli boten zwei opulente Werke der deutschen und russischen Romantik: Johannes Brahms‘ Streichsextett Nr. 1 B-Dur, op. 18, und nach der Pause Tschaikowskys Sextett in d-moll, op 70, das bekannte „Souvenir de Florence“-Werk.

Brahms hatte das erste seiner beiden Sextette 1860 vollendet, da war er knapp 27 Jahre alt und erlebte damit seinen Durchbruch als Komponist. Bis dahin gehörten Sextette zu einer eher selten gespielten Gattung.

Auch die „Erinnerungen an Florenz“ bilden einen besonderen Punkt im Werk von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, sonst eher bekannt für schwermütigere Weisen. Sein einziges Streichsextett schuf er im Jahr 1890 in nur wenigen Tagen, nach einem glücklichen Frühjahr und in einem der schönsten Sommer, die er je erlebt hat, heißt es.

Nur schade, dass es trotz des überreichlichen Beifalls keine Zugabe gab. Nach Tschaikowskys überschwänglichen Klängen bat das Sextett, darauf zu verzichten.

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Erstellt:
30. Januar 2020, 17:39 Uhr
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