Fast 1500 Jugendliche aus Niedersachsen mussten wegen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. pa Picture-Alliance

Fast 1500 Jugendliche aus Niedersachsen mussten wegen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. pa Picture-Alliance

Landkreis 03.02.2018 Von Die Harke

Menge der Alkoholvergiftungen ist angestiegen

Mehr Jugendliche aus dem Landkreis wegen zu hohem Konsum im Krankenhaus

Die Zahl Jugendlicher im Landkreis Nienburg, die sich aufgrund einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandeln lassen mussten, ist im gestiegen. Dieser Trend findet sich auch in landesweiten Zahlen wieder. Im Jahr 2016 wurden in Niedersachsen 1428 Jugendliche unter 18 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt, 782 Jungen und 646 Mädchen.

Im Vergleich mit dem Vorjahr ist das eine Steigerung von mehr als fünf Prozent: 2015 waren es 1.351 Jugendliche, 726 Jungen und 625 Mädchen. Das berichtet die Krankenkasse IKK classic, die aktuelle Daten vom niedersächsischen Landesamt für Statistik ausgewertet hat. Insgesamt ist 2016 in Niedersachsen die Anzahl der klinischen Behandlungsfälle wegen übermäßigen Alkoholkonsums mit 11906 nahezu unverändert geblieben, 2015 waren es 11.910.

Im Landkreis Nienburg (Weser) erlitten 2016 insgesamt 227 Personen eine Alkoholvergiftung, die zum Klinikaufenthalt führte, 43 mehr als im Jahr zuvor (2015 = 184 Personen). Bei den unter 18-Jährigen im Landkreis erkannte die IKK classic ebenso eine Steigerung: 2016 mussten 33 von ihnen wegen einer Alkoholvergiftung in stationäre Behandlung (24 Jungen, neun Mädchen), 2015 waren es 18 (acht Jungen, zehn Mädchen).

„Je früher Jugendliche anfangen Alkohol zu trinken, desto schwerwiegender können gesundheitliche und psychosoziale Folgen sein“, warnt Peter Rupprecht von der IKK classic. „Das liegt unter anderen daran, dass noch nicht vollständig ausgereifte Organe, wie beispielsweise das Gehirn, viel anfälliger für die im Alkohol enthaltenden Giftstoffe sind.“ Eltern sollten deshalb darauf achten, ihren Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu vermitteln und vorzuleben.

Die IKK classic erinnert in dem Zusammenhang an die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1), auf die Kinder zwischen zwölf und 14 Jahren Anspruch haben. Bei dieser Früherkennungsuntersuchung erläutert der Haus- oder Kinderarzt dem Jugendlichen auch individuelle Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und gesundheitsschädigendes Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Diesen Termin sollten Jugendliche ohne Begleitung der Eltern wahrnehmen, außer sie bitten darum.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nach dem deutschen Jugendschutzgesetz in der Öffentlichkeit überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen, es sei denn, sie sind in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person. Dann sind Bier, Sekt und Wein schon für 14-Jährige gesetzlich erlaubt. Spirituosen und Mixgetränke mit Spirituosen, wie Alkopops, sind generell bis zum 18. Geburtstag verboten.

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Erstellt:
3. Februar 2018, 21:00 Uhr
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