Referentin Maria Theresia de Jong (links) und Landfrauen-Vorsitzende Imke Wicke freuen sich über ein volles Haus. Homfeld

Referentin Maria Theresia de Jong (links) und Landfrauen-Vorsitzende Imke Wicke freuen sich über ein volles Haus. Homfeld

Hoya 17.10.2018 Von Die Harke

Mentale Abwehrkräfte stärken

Volles Haus bei der Auftaktveranstaltung des Landfrauenvereins Hoya

Einen Volltreffer hat der Vorstand des Landfrauenvereins Hoya mit seiner Auftaktveranstaltung zum Vortragsjahr 2018/2019 gelandet. Rund 170 Gäste durfte die Vorsitzende Imke Wicke im neuen Saal des Gasthauses Thöle in Hoya begrüßen.

Dabei blickte sie nicht nur in vertraute Gesichter, sondern viele Neu-Landfrauen und die, die es noch werden möchten, zeigten Interesse an dem Beitrag der Kommunikationswissenschaftlerin Maria Theresia de Jong, die zum Thema „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen!“ vortrug.

„Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es in mir einen unbesiegbaren Sommer gibt.“ Was der Philosoph und Literaturnobel-Preisträgers Albert Camus poetisch formulierte, bezeichnen Psychologen als Resilienz, den unbesiegbaren Sommer in sich, die Fähigkeit wieder auf die Beine zu kommen oder einfach auch die psychische Immunkraft. Die Buchautorin und Verlegerin aus Zetel im Landkreis Friesland ermutigte die Landfrauen, Resilienz zu lernen.

Immer dann, wenn man sich einer Herausforderung stelle, werde diese besondere Immunkraft trainiert. Ein Zitat des Literaturwissenschaftlers Prof. Walter Jens – „Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein“ – verdeutlichte de Jong an einem persönlichem Beispiel: Jede überstandene Krise sei eine Einladung zum Wachsen und Lernen. „Hinfallen“ und dann entgegen dem ersten Impuls: „Liegenbleiben und nicht gleich aufstehen“. Und dann darüber nachzudenken: „Was gibt es da unten zu entdecken, oder worauf will mich das Schicksal hinweisen?“

Nach dem Liegenbleiben sei es wichtig, zu sich selbst sanft zu sein, sich nicht fertig zu machen, sondern zu sagen: „Okay, das hat jetzt nicht geklappt, aber du bist trotzdem okay.“ Diese Erkenntnis schmälere nicht den eigenen Wert.

In Deutschland wächst durch den hohen Perfektionsanspruch eine neue Kultur des Scheiterns, anders sei es in den USA. Dort beinhalte ein Misserfolg ein Lernen und eine Chance zum Neuanfang.

Maria Theresia de Jong. Kommunikationswissenschaftlerin

In Deutschland wachse nach Einschätzung der Referentin durch den hohen Perfektionsanspruch eine neue Kultur des Scheiterns, anders sei es in den USA. Dort beinhalte ein Misserfolg ein Lernen und eine Chance zu einem Neuanfang. Bestes Beispiel dafür seien die sogenannten Fuckup-Nights, in den gescheiterte Firmengründer, Chefs und Manager über ihre größten Pleiten und Flops erzählen.

„Wir alle, die wir hier sitzen, haben dieses ,Immer-wieder-Aufstehen‘ am eigenen Leib erlebt, nämlich als Baby mit der Vision, auch mal auf zwei Beinen stehen zu wollen“, sagte die Kommunikationswissenschaftlerin.

Kinder, die Laufen lernten, fielen bis zu 60-mal am Tag hin und ließen sich trotzdem nicht entmutigen, trotz schmerzhafter Erfahrungen irgendwann auf zwei Beinen zu stehen und sich fortzubewegen. Eine Menge von Schmerzen, mit denen sich die Menschen beschäftigten, seien in Wirklichkeit Gedanken. Und diesen Gedanken müsse auf dem Weg zur Resilienz ein inneres Stoppschild gesetzt werden.

Geduld sei bei diesem Lernprozess genauso wichtig, wie kürzer zu treten und auch Hilfe anzunehmen. Praktische Tipps – wie sich selbst einen Liebesbrief zu schreiben, die Ohren zu massieren oder die einzelnen Finger zu liebkosen – hatte de Jong ebenso im Gepäck wie den Hinweis, sein eigenes Rudel zu finden.

„Umgebe dich mit Leuten, die das gleiche Ziel haben wie du“, sagte sie und bestärkte abschließend die Anwesenden, dass sie in der starken Gemeinschaft des Landfrauenvereins bereits ihr Rudel und eine schlagfertige Truppe gefunden hätten.

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Erstellt:
17. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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