Gut eingepackt und gut gelaunt: Dieter Menze nahm abermals am Rennen auf der Rennstrecke von Le Mans teil.

Gut eingepackt und gut gelaunt: Dieter Menze nahm abermals am Rennen auf der Rennstrecke von Le Mans teil.

13.07.2014

Menze skatet im Regen von Le Mans

Speedskating: Der Nendorfer holt beim 24-Stunden-Rennen in Frankreich Rang 13

Le Mans. Der tolle 17. Platz aus dem Vorjahr motivierte Dieter Menze vom Speedteam Nienburg noch einmal für einen Solostart beim 24-Stunden-Rennen der Speedskater im französischen Le Mans. Nach einer siebenmonatigen Trainingsvorbereitung nach Plan von Dr. Ralf Lindschulten aus Hannover wollte der Nendorfer das Vorjahresergebnis toppen, was ihm mit Platz 13 unter 120 Startern auch gelang. Zusammen mit seinem Wolfsburger Sportkameraden Gerald Niewerth, der ebenfalls ein Solo wagte, dem Betreuer Wolfgang Kiupel und Teams aus Wolfsburg, Herten und Bochum machte sich Menze auf den Weg und stellte sich erneut dieser großen Herausforderung.

In der Vorbereitung wurden die Carbon-Skates noch einmal nachgearbeitet, um Druckstellen auszuschließen. Bereits eine Woche vor dem Rennen behandelte der Skater vom GC Nendorf seine Füße mit Hirschtalg. Das machte die Haut elastischer und widerstandsfähiger, Blasen und Scheuerstellen wurden dadurch vermieden.

Doch vor dem Rennen begann der Dauerregen und stellte das anvisierte Ziel in Frage. Die Wetterprognose deutete auf einen kompletten Regentag hin. Daraufhin griff Menze zu Rollenlagern mit Fettfüllung, zu einer wasserdichten Regenjacke und Regenüberschuhen. Er verzichtete allerdings auf Regenrollen, da deren höherer Rollwiderstand mehr Kraft erforderte und vertraute seiner Skatetechnik. Einen Sturz galt es zu vermeiden. Die Pausen konnten im Rennen durch die Unterstützung des Betreuers deutlich verkürzt werden. Überall half die Erfahrung aus dem Vorjahr, um länger auf der Piste zu sein und die Kilometer-Leistung nach oben zu schrauben.

Nach sechs Stunden dann die erste 30-minütige Pause für Menze auf Rang 46: Sitzen, Beine ausschütteln, etwas Brot, Hühnchen und eine heiße Suppe. Menze: „Besonders im steileren Anstieg rutschte der seitliche Abdruck immer wieder weg. Auf der nassen Straße ließ sich kein effektiver Skateschritt erzeugen, die durchschnittliche Geschwindigkeit sank im Vergleich zum trockenen Vorjahr von 20,3 auf 17,2 km/h.“ Doch die Bedingungen galten für alle, und das Rennen wurde zur Kopfsache.

Wolkenbrüche und starke Gewitterschauer nahmen die Sicht und rüttelten besonders in der Nacht an der Motivation vieler Skater. Der Nendorfer blieb trotz angestrengter Muskulatur lange auf der Strecke, pausierte für längstens 30 Minuten. Er kam zu den fünf Pausen erst nach vier bis sechs Stunden in die Box.

Menze fand sich nach der halben Renndistanz auf Rang 28 wieder und machte besonders am frühen Morgen deutlich an Boden gut. Scheinbar legten viele Skater längere Pausen ein.

Als echte Herausforderung stellte sich die Abfahrt nach dem Dunlop-Bogen dar. „Im vergangenen Jahr die langgezogene 180 Grad-Kehre noch mit über 53 km/h hinunter geskatet, galt es nun, die Geschwindigkeit per T-Stopp auf dem rutschigen Asphalt soweit im Zaum zu halten, dass die Abfahrt kontrollierbar blieb, bevor es immer noch mit reichlich Dampf und um die 40 km/h in die nasse Kurve ging.“ Einige Skater zogen es vor, zu Fuß auf dem Rasen hinunter zu gehen und erst unten weiterzurollen.

Nach etwa 250 Kilometer Strecke begannen Menzes Fußsohlen in den mittlerweile klitschnassen Skates zu brennen. Jeder Schritt fiel schwer und musste vom Kopf mit Nachdruck durchgesetzt werden. Doch die Schuhe blieben in den Pausen am Fuß. „Da komme ich sonst nicht mehr rein,“ sagte Menze. Zum Sonnenaufgang frischte der Wind deutlich auf, setzte den Speedskatern auf der langen Gegengeraden zu und ließ die Rundenzeiten anwachsen. Trotzdem behielt der Nendorfer seinen Rhythmus bei, verbesserte sich von Rang 18 auf den 13. Platz. Mit den Infos seines Betreuers Kiupel und durch seinen starken Willen, diesen Rang zu behaupten, wurden Pausen verzögert und die Konkurrenten in Schach gehalten.

Schließlich ging das Rennen in der letzten Stunde auf abgetrockneter Piste zu Ende. Dabei verbrauchte Menze 9230 Kalorien, skatete 87 Runden oder 364 km und kletterte 2841 Höhenmeter. Der Topspeed lag bei 42,5 km/h, die durchschnittliche Herzfrequenz dank des perfekten Trainingsplans von Dr. Ralf Lindschulten bei nur 114 Schlägen pro Minute. Damit hatte Menze bei seinem 10. Le Mans-Start seinen Solo-Rundenrekord vom trockenen Vorjahr um zwei Runden verbessert und war nach dieser Regenschlacht sehr zufrieden.

Es siegte bei den Einzelstartern Dejean Thibaut mit 123 Runden und 515 km Strecke. Bei den Teams hatte die Mannschaft „MSC Boom“ mit 179 Runden und 749 km Strecke die Nase vorn. DH

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Erstellt:
13. Juli 2014, 00:00 Uhr
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