Im Haus der Generationen in Stolzenau hat kürzlich ein Informationsabend für eine Gruppe von Frauen aus Afghanistan zum Thema „Frauengesundheit“ stattgefunden. Foto: Landkreis Nienburg

Im Haus der Generationen in Stolzenau hat kürzlich ein Informationsabend für eine Gruppe von Frauen aus Afghanistan zum Thema „Frauengesundheit“ stattgefunden. Foto: Landkreis Nienburg

Stolzenau 11.12.2019 Von Die Harke

„MiMi“-Projekt geht neue Wege in der Aufklärung

Frauengesundheit stärken

Das Drei-Generationen-Projekt „MiMi - Mit Migranten für Migranten“ ist seit 2008 in der Koordinierungsstelle Migration und Bildung des Landkreises Nienburg angesiedelt.

Träger ist das Ethnomedizinische Zentrum Hannover. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gesundheitsförderung in der Migrationsgesellschaft zu unterstützen, unter anderem mit Mitteln des Landes Niedersachsen.

Schon im Jahr 2008 hat der Landkreis den Bedarf festgestellt, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Gesundheitsfragen zu stärken. Wie ist das deutsche Gesundheitssystem aufgebaut? Was müssen Eltern beim Thema Kindergesundheit wissen? Was kann und sollte jeder persönlich präventiv umsetzen, um möglichst lange gesund zu sein und zu bleiben?

Neben diesen allgemeinen Fragestellungen werden auch Spezialthemen behandelt wie zum Beispiel Diabetes, Alter, Pflege und Gesundheit sowie insbesondere Themen rund um Frauengesundheit, Schwangerschaft und Früherkennung. Das Haus der Generationen in Stolzenau hat kürzlich in Kooperation mit dem Landkreis für eine Gruppe von Frauen aus Afghanistan einen besonderen Informationsabend angeboten.

Nicht viele Kenntnisse über das deutsche Gesundheitssystem

„In unserer Einrichtung haben wir einen sehr guten und intensiven Kontakt zu Neu- und Alt-Zugwanderten, insbesondere auch zu persisch sprechenden Familien. Viele dieser Frauen kennen sich nicht so gut im deutschen Gesundheitssystem aus, dagegen wollten wir etwas tun“, unterstreicht Ebru Öztürk, Mitarbeiterin im Haus der Generationen und die Organisatorin dieser Veranstaltung.

„Da wir in der Vergangenheit schon öfter im Haus der Generationen unsere Projekte für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einfließen lassen konnten, lag es auf der Hand, mit dem ‚MiMi‘-Projekt gezielt eine Veranstaltung zum Thema Frauengesundheit anzubieten“, betont Carmen Prummer, Leiterin der Koordinierungsstelle Migration und Bildung.

Fragen übersetzt und fachliche Antworten

Gemeinsam mit der Gesundheitsmediatorin Laila Ibrahim und der Gynäkologin Inken Schulz-Dähn wurde dieses Fortbildungsangebot durchgeführt. „Das Tandem mit Mediatorin und Fachärztin war perfekt, viele Fragen konnten aufgegriffen werden, Laila Ibrahim hat den Input übersetzt und Inken Schulz-Dähn die Fachlichkeit in die Gruppe getragen“, stellt Carmen Prummer heraus.

Insbesondere die Informationen beim Thema Schwangerschaft und Vorsorge seien wichtig, die Gruppe habe viele neue fachliche Einblicke erhalten. „Gesundheitssysteme sind natürlich unterschiedlich, die Vorsorge und die Gesundheit der Neugeborenen liegen uns am Herzen und werden auch in unseren anderen Gruppen und Beratungsleistungen aufgegriffen“, ergänzt Ebru Öztürk.

Im Jahr 2019 hat die Koordinierungsstelle Migration und Bildung aktuell 31 Gesundheitsveranstaltungen für rund 350 Zugewanderte durchgeführt, die Themenpalette reichte über Frauengesundheit, seelische Gesundheit, Alter und Pflege bis hin zum Thema Diabetes.

Fragen zum „MiMi“-Projekt beantworten Freya Lask unter Telefon (0 50 21) 967-155 oder Carmen Prummer unter Telefon (0 50 21) 967-686.
Veranstaltungen der Koordinierungsstelle Migration und Bildung werden gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 17:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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