unsplash.com / @karlsolanoMietrecht: Was Mieter dürfen und was nicht

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20.11.2020 Von Die Harke

Mietrecht: Was Mieter dürfen und was nicht

Wer in einer Mietwohnung lebt, möchte diese ganz nach persönlichen Vorstellungen gestalten. Doch nicht alles, was gefällt, ist nach geltendem Mietrecht auch erlaubt.

Ob in Nienburg, Marklohe oder Stolzenau – schöne und bezahlbare Mietwohnungen sind stark gefragt. Doch sobald ein Mietvertrag unterzeichnet wurde, geht ein Mieter, ganz anders als ein Hauseigentümer, auch diverse Verpflichtungen ein.

Grundsätzlich hat ein Mieter rechtlich zwar einen großen Spielraum bei der Gestaltung und Neueinrichtung der Wohnung. Allerdings sollten sich Bodenbeläge oder montierte Schränke und Fensterdekorationen bei einem Umzug idealerweise wieder rückstandslos entfernen lassen und auch bei der Haltung von Haustieren gibt es einiges zu beachten.

Bohrlöcher in Fliesen

Im Badezimmer werden von Mieterseite vielfach Spiegel, Schränke oder Handtuchhalter an den Wänden befestigt. Dazu müssen in der Regel Bohrungen eingebracht werden, um ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Rein rechtlich ist davon abzuraten, Wandfliesen direkt anzubohren. Denn schlimmstenfalls droht bei einem Auszug der komplette Neuaustausch einer gefliesten Wand, vor allem dann, wenn das beschädigte Fliesenmodell im Bauchfachhandel nicht mehr erhältlich und damit nicht mehr zu ersetzen ist. Bohrlöcher in den Fliesenfugen hingegen sind unbedenklich, da sie wieder gut verschlossen werden können.

Rollos und Jalousien auch ohne Bohren montierbar

In manchen Mietwohnungen gehören Jalousien oder Rollos zur Standardausstattung. Will der Mieter diese nicht haben, kann er sie abhängen, muss sie aber bei seinem Auszug wieder anbringen. Fehlt in der Wohnung allerdings ein geeigneter Sicht- und Sonnenschutz und müssen entsprechend neue Jalousien mittels Bohrmontage befestigt werden, ist es empfehlenswert, sich die geplante Installation vom Vermieter genehmigen zu lassen.

Daneben gibt es die Möglichkeit, Jalousien ohne Bohren zu montieren. Dafür sind keine gebohrten Löcher in der Wand nötig und der Vermieter muss nicht vorab dazu befragt werden. Sie werden einfach am Fensterflügel festgeklemmt und hinterlassen keine Montagespuren, wenn sie im Falle eines Umzuges wieder abmontiert werden.

Wände & Bodenbeläge

Auch in Sachen Wandgestaltung gibt es einige Regelungen. So können die Wände grundsätzlich nach persönlichem Geschmack gestrichen werden. Dabei gilt es jedoch darauf zu achten, dass bei einem Auszug wieder ein neutraler Zustand hergestellt werden muss. Das bedeutet: Werden die Wände mit bunten Farben oder beispielsweise auch mit Fototapeten oder Wand-Tattoos verziert, sind diese bei einem Umzug wieder durch ein schlichtes Weiß zu ersetzen.

Ebenso darf in einer Mietwohnung, in der kein Teppichboden vorhanden ist, ein solcher verlegt werden. Beim Auszug muss sich der Bodenbelag allerdings wieder ohne Rückstände entfernen lassen. Von Teppichen, die mit Klebemontage am Boden fixiert werden, sollte daher abgesehen werden.

Streitthema Haustier

Ein wichtiger Faktor für die Wahl der passenden Wohnung ist häufig die Erlaubnis, ein Haustier halten zu können. In diesem Fall kann noch vor Abschluss des Mietvertrages entsprechend geklärt werden, ob der zukünftige Vermieter zustimmt oder nicht. Oftmals kommt es aber vor, dass sich der Wunsch nach einem vierbeinigen Begleiter erst später einstellt. In diesem Fall sollte der Mietvertrag auf entsprechende Klauseln überprüft werden.

Haustiere pauschal verbieten dürfen Vermieter nicht. Entscheidend dabei ist, ob das Tier die Wohnung beeinträchtigt oder Nachbarn sich gestört fühlen. Das kann zum Beispiel bei einem Hund der Fall sein, die viel bellt. Unauffällige Kleintiere wie Fische, Meerschweinchen oder Kaninchen wiederum können laut Mietrecht auch ohne Zustimmung des Vermieters gehalten werden.

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Erstellt:
20. November 2020, 07:59 Uhr
Lesedauer:
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