09.06.2013

„Mietzuschuss überprüfen lassen“

AWO-Sozialberater Lüneberg bietet ALG II-Empfängern erneut seine Hilfe an

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Heinz Lüneberg, seit Jahren ehrenamtlicher Sozialberater bei der Arbeiterwohlfahrt in Nienburg, wird nicht müde in seinem Bemühen, Menschen beizustehen, die der Willkür der Ämter ausgeliefert sind. Im Treffen mit der Harke am Sonntag erneuerte jetzt seinen dringenden Appell an die Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter bzw. bei Erwerbsminderung, die Mietkostenzuschüsse von Jobcenter oder Sozialamt überprüfen zu lassen. Die HamS hatte Ende vergangenen Jahres schon einmal darüber berichtet, dass Heinz Lüneberg den für den Landkreis Nienburg ermittelten Mietspiegel für nicht rechtmäßig hält. Er ist überzeugt: „In den meisten Fällen würde den Betroffenen ein um zehn Prozent höherer Mietkostenzuschuss zustehen.“

Bestätigt sieht sich der Sozialrechtsexperte in seiner Einschätzung durch die jüngsten Entscheidungen des Bundes- und des Landessozialgerichts. Lüneberg betont: „In unserem Landkreis wird als Grundlage für die Mietzahlungen eine Verwaltungsanweisung des Landkreises Nienburg mit Stand 1. Oktober 2010 angenommen, die wiederum eine Mietwerterhebung aus dem Jahre 2009 beinhaltet. Diese Mietwerterhebung erfüllt nach einem Urteil des Sozialgerichts Hannover vom Januar 2011 nicht die vom Bundessozialgericht geforderten Voraussetzungen für ein schlüssiges Konzept.“

Der ehrenamtliche Sozialberater bietet darum allen Betroffenen an, sich im AWO-Haus „Altes Zollamt“, von Philippsborn-Straße 2a in Nienburg, vorgefertigte Widerspruchsformulare abzuholen. Geöffnet ist das Büro montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr. Wer mit Lüneberg direkt sprechen möchte, kann montags zwischen 9 und 10 Uhr ins AWO-Büro kommen.

Und abschließend betont der Sozialberater: „Wer keinen Überprüfungsantrag stellt, erhält die Nachzahlung erst ab Datum der Rechtsprechung. Liegt jedoch ein Antrag vor, besteht ein Anspruch auf Nachzahlung rückwirkend für das Jahr, in dem er eingereicht wurde.“

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Erstellt:
9. Juni 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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