Millionen Menschen nehmen rituelles Eisbad

Millionen Menschen nehmen rituelles Eisbad

Gläubige baden im eiskalten Wasser während des traditionellen Dreikönigsfestes in Moskau. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Mit dem Eisbaden wollen sich die Gläubigen von ihren Sünden reinigen. Russlands Staatschef Wladimir Putin verzichtete in diesem Jahr aufs Baden bei Minustemperaturen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow verwies zur Begründung der Agentur Interfax zufolge auf die Corona-Pandemie. Kirchenvertreter in Russland hatten angesichts der wieder rasant steigenden Zahl von Neuinfektionen vor einer Ansteckung beim Baden gewarnt. Vor einem Jahr war Putin noch im eisig kalten Wasser kurz untergetaucht.

Mit Geschrei ins eisige Nass

Bei Temperaturen von bis zu minus zehn Grad gab es allein in Europas größter Metropole Moskau mehr als 30 Badestellen. An einem See im Westen der Hauptstadt bildeten sich am Vormittag bei Sonnenschein sogar Warteschlangen vor einem ins Eis geschlagenen Loch. Einige sprangen mit Geschrei ins eisige Nass, tauchten dreimal unter, bekreuzigten sich und beteten für sich und ihre Nächsten.

Sicherheitskräfte und Sanitäter standen bereit, weil es bisweilen auch Todesfälle bei diesem Winterspaß gibt. Im Stadtteil Goworowo standen beheizte Zelte für Männer und Frauen zum Umziehen bereits. Der Weg zum zugefrorenen See war mit Heu ausgelegt.

Landesweit nehmen jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen ein Eisbad, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. Auch in den Nachbarländern Belarus und der Ukraine ist dieser Winterspaß verbreitet.

© dpa-infocom, dpa:220119-99-770585/3