Frank Carstens bejubelt den Heimsieg seines Teams gegen Leipzig. Foto: Holzmann

Frank Carstens bejubelt den Heimsieg seines Teams gegen Leipzig. Foto: Holzmann

Minden 23.12.2020 Von Die Harke

Minden verschafft sich weiter Luft im Abstiegskampf

Handball-Bundesliga: GWD feiert gegen Leipzig den vierten Heimsieg in Folge - 23:20

Die Bundesliga-Handballer von GWD Minden bewiesen am Dienstagabend erneut Willensstärke. In einer taktisch sehr variantenreichen Heimbegegnung gegen den SC DHfK Leipzig fanden die Mindener vor allem durch die souverän aufspielende Abwehr den besseren Zugriff und feierten am Ende durch den 23:20 (13:10)-Sieg den vierten Heimerfolg in Serie. Die Leipziger hatten kurz vor Weihnachten zwar viele Überraschungen im Gepäck und stellten die Grün-Weißen mit ihren wechselnden Deckungsformationen ständig vor neue Aufgaben, doch die Sieben von GWD-Trainer Frank Carstens fand immer die richtigen Lösungen und durfte sich hinten auf die starke Leistung vom Loccumer Keeper Malte Semisch verlassen.

Minden startete mit viel Tempo und hoher Laufbereitschaft in das letzte Heimspiel des Jahres. Vor allem die GWD-Abwehr überzeugte mit vielen Ballgewinnen, die das Umschaltspiel einleiteten. Jeder Heimakteur war bereit, die freien Räume bis zum letzten Meter zuzustellen. Das war letztlich auch am Spielverlauf abzulesen. Die Gäste erzielten im ersten Abschnitt nur wenige Tore aus dem Positionsangriff. Joshua Thiele und sein stark aufspielender Innenblock ließ kaum etwas zu. Die Absprachen der Hausherren passten und ein hellwacher Malte Semisch hinter der Deckung war ein sicherer Rückhalt. Der Loccumer führte seine Mannen mit 13 Paraden über die gesamte Spieldauer am Ende zum Sieg.

Im Angriff waren es die beiden Mindener Eigengewächse Mats Korte und Justus Richtzenhain, die mit ihren insgesamt 13 Treffern maßgeblich zum Ausgang der Begegnung beitrugen. Generell überzeugte die Carstens-Sieben aber mit einer Vielzahl an Varianten über alle Positionen hinweg und war damit für die Leipziger nur schwer auszurechnen. Als GWD zum Schluss der ersten Halbzeit gleich eine doppelte Zeitstrafe kassierte, wurde die Stimmung etwas hitziger. Im gleichen Zuge stellte Leipzig die Abwehr auf eine komplett offensive 0:6-Variante um, mit der die Grün-Weißen ihre Probleme hatten. Der komfortable Sechs-Tore-Vorsprung schmolz zusammen und die Mannschaften gingen mit einem 13:10 in die Umkleide.

Die offensive Deckungsvariante behielten die Gäste auch nach dem Seitenwechsel in vielen Situationen bei. Gerade wenn sich GWD in Unterzahl befand, stellte sich die Deckung der Leipziger direkt an der Mittellinie auf. Die Grün-Weißen trafen jetzt vermehrt durch Einläufer und Kreisanspiele. Richtzenhain machte dann erneut eine gute Figur, ersetze den mit einer Bänderverletzung ausgeschiedenen Joshua Thiele im Innenblock und erkämpfte sich offensiv freie Räume, in denen er angespielt werden konnte. Auch die solide Abwehrarbeit setzte sich fort und sicherte die bis zum Schluss bestehende Führung der Hausherren. Mats Korte sorgte eine Minute vor dem Ende per Siebenmeter für die endgültige Entscheidung. Auch Semisch´s Torwartkollege Carsten Lichtlein hatte mit seinen drei parierten Siebenmetern großen Anteil am vierten GWD-Heimsieg in Folge. Simon Strakeljahns letzer Treffer zum 23:20 war schon ein Art Luxus und leitete den kollektiven Jubel der Heimsieben ein. Carstens: „Am Ende ist das wohl ein gerechtes Ergebnis. Trotzdem haben wir viele Fehler gemacht, gerade gegen die Manndeckung. Damit haben wir unsere komfortable Situation noch einmal in Gefahr gebracht. Aber das ist das Suchen nach dem Haar in der Suppe, denn wenn wir in unserer aktuellen Besetzung Leipzig schlagen, ist das schon klasse.“

Das nächste Spiel bestreiten die Mindener erst wieder im neuen Jahr, da die Auswärtspartie am zweiten Weihnachtsfeiertag bei FRISCH AUF! Göppingen verlegt werden muss. „Ich bin stolz darauf, wie wir die vielen Rückschläge der letzten Wochen weggesteckt haben. Die Spielabsage gegen Göppingen kommt uns, ehrlich gesagt, sehr gelegen, denn die Kräfte sind inzwischen wirklich aufgebraucht“, sagte der sichtlich gelöste GWD-Trainer Frank Carstens abschließend.

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Erstellt:
23. Dezember 2020, 13:21 Uhr
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