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Der Rodewalder Wolfsrüde wurde von einer Kamera eingefangen. Foto: Wolfsmonitoring

Der Rodewalder Wolfsrüde wurde von einer Kamera eingefangen. Foto: Wolfsmonitoring

Landkreis 29.11.2019 Von Die Harke

Minister: Jäger sollen Wolf schießen dürfen

Lies will Rechtssicherheit bei Ausnahmegenehmigungen und bitte Jäger um Mithilfe

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat am Donnerstag auf der Jahresversammlung des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Bad Fallingbostel die Jäger in Niedersachsen um Mithilfe beim Thema „Wolf“ gebeten. „Wir müssen gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die auch eine ausreichende rechtliche Absicherung für die Jäger garantiert“, suchte Lies den Schulterschluss mit den Jägern. Wenn die rechtliche Grundlage für die Entnahme eines Wolfs gegeben sei, dann geht dies nach Ansicht von Lies nicht ohne Unterstützung der Jäger. „Ich bin froh, dass wir den Dialog dazu konsequent führten“, so der Umweltminister, der zugleich auf den gesetzlich „sehr engen Rahmen“ beim Thema „Wolfsentnahme“ hinwies.

„Mit unserer Förderung ermöglichen wir ja schon die Beschaffung von wolfsabweisenden Zäunen – zum Beispiel bei Schafen – aber natürlich können wir nicht überall in Niedersachsen entsprechende Zäune aufstellen. Gerade an den Deichen ist schon aus technischen Gründen ein solcher Schutz nicht möglich. Und im Gegensatz dazu kann sich eine Rinderherde zum Teil selbst schützen“, ergänzte Lies.

Wichtig sei, dass jetzt zügig die Gesetzesnovelle des Bundesnaturschutzgesetzes umgesetzt werde, die „Lex Wolf“, um einen rechtssicheren Rahmen für die notwendigen Ausnahmegenehmigungen für eine Tötung zu erhalten – von einzelnen, auffälligen Tieren. „Im Konflikt zwischen Weidetierhaltung und Wolf müssen wir am Ende immer die Zukunft der Weidetierhaltung in Niedersachsen sichern“, so Lies. „Auf dieser Basis werden wir vorgehen. Klar ist aber auch, der hohe Schutzstatus des Wolfs grenzt den rechtlichen Rahmen ein.“

Wir müssen gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die auch eine ausreichende rechtliche Absicherung für die Jäger garantiert.

Olaf Lies, Umweltminister Niedersachsen

Das Ziel müsse lauten: Über eine Ausnahmegenehmigung oder mit einer Quote wie in Frankreich einzelne Wölfe zu töten. Das Ministerium arbeite gerade an einer Wolfsverordnung, die ein Raster definiere für künftiges Vorgehen, auch „um die Jäger einzubinden. Denn ich brauche ihre Unterstützung“, betonte Lies. „Ich möchte die Jäger rechtlich absichern, sodass ihnen kein Problem entsteht. Und: Wenn wir über einen Abschuss entscheiden, dann gehört es dazu, dass die Gesellschaft diese Entscheidung auch akzeptiert“, so der Umweltminister. Er werde „für dieses Modell überall werben im Sinne der Jäger“.

Unterdessen hat die Landesregierung die bis Ende November befristete Genehmigung zur Tötung des Rodewalder Wolfsrüden GW717m bis zum 31. Dezember verlängert. „Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort. Daher wird das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben“, heißt es dazu.

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Erstellt:
29. November 2019, 09:54 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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