Am Rehhagen richteten die Beamten eine feste Kontrollstation ein. Foto: Schwiersch

Am Rehhagen richteten die Beamten eine feste Kontrollstation ein. Foto: Schwiersch

Nienburg 07.09.2020 Von Die Harke

Mit 113 km/h über den Führser Mühlweg

Verkehrssicherheitswoche: Polizei zieht Bilanz / Verständnis für die Maßnahmen

In der vergangenen Woche von Montag bis Freitag fand in Nienburg und Umgebung eine Verkehrssicherheitswoche statt. Ziel der ganzheitlich ausgelegten Kontrollen waren die Bekämpfung der Hauptunfallursachen: überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung (zum Beispiel durch Handynutzung) sowie Beeinflussung durch Alkohol und Drogen. Der Landkreis Nienburg unterstützte die Aktion durch kommunale Verkehrsüberwachung.

Am vergangenen Mittwoch nahmen Teilkräfte beim landesweiten Kontrolltag „Wir tragen Maske“ teil. Am Tag darauf richteten die Kontrollkräfte eine feste Station Am Rehhagen ein. Hier kontrollierten die Beamten 67 Fahrzeuge und ahndeten 25 Verstöße gegen unterschiedliche Bestimmungen. Unter anderem erhoben sie eine Sicherheitsleistung in Höhe von 900 Euro bei einem ausländischen Berufskraftfahrer.

An allen Tagen kam das Lasermessgerät für Geschwindigkeitsmessungen zum Einsatz. Insgesamt 150 Verstöße wurden festgestellt, 21 Mal mit Bußgeldbescheiden, zwei Mal mit Fahrverboten. Ein Fahrzeug mit 113 Stundenkilometern auf dem Führser Mühlweg war der Spitzenreiter.

36 Gurtverstöße und elf Mal verbotswidriges Telefonieren mit einem Handy zogen weitere Maßnahmen nach sich. Zwei Blutprobenentnahmen wegen des Verdachtes auf Beeinflussung durch Alkohol oder Drogen wurden angeordnet. 15 Fahrradfahrer, die unerlaubt Gehwege nutzten oder die falsche Richtung befuhren, erhielten mündliche Verwarnungen.

Durch das vom Landkreis eingesetzte Fahrzeug zur Geschwindigkeitsüberwachung kamen weitere 632 Verstöße hinzu, 73 im Bereich eines Bußgeldes, neun mit einem Fahrverbot. „Die Kontrollen wurden vom überwiegenden Teil der Verkehrsteilnehmer mit Verständnis gesehen, auch von denen, die Verstöße begangen hatten“, sagt Sebastian Kutschker, Planer und Einsatzleiter dieser Verkehrssicherheitswoche.

„Verkehrssicherheitstage werden zu unterschiedlichen Zeiten in allen sechs Polizeikommissariaten der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg sowie am Standort Nienburg selbst durchgeführt“, erklärt Axel Bergmann, Sprecher der PI. „Wir hoffen, damit eine kontinuierliche Steigerung der allgemeinen Verkehrssicherheit zu erreichen“, so seine Hoffnung.

Polizeihauptkommissar Armin Stöber stellte an diesem Lkw-Reifen eine beschädigte Karkasse fest. Grund war aber offenbar ein externer Einfluss und nicht etwa, dass der Reifen abgefahren war. Foto: Schwiersch

Polizeihauptkommissar Armin Stöber stellte an diesem Lkw-Reifen eine beschädigte Karkasse fest. Grund war aber offenbar ein externer Einfluss und nicht etwa, dass der Reifen abgefahren war. Foto: Schwiersch

Lkw-Reifen war „nicht abgefahren“
Bereits am vergangenen Sonnabend berichtete DIE HARKE über die Verkehrssicherheitswoche unter dem Titel „Insekt schützt vor Bußgeld nicht“. Dabei Thema: ein Trucker, an dessen Lkw ein mutmaßlich abgefahrener Reifen beanstandet wurde und der zudem nicht angeschnallt unterwegs war.

Obgleich der Lastwagen in der Berichterstattung neutral dargestellt wurde, so klingelte dennoch vermehrt das Telefon bei der Transport-Firma RHT in Estorf. Daher stellt Mitarbeiter Roger Stabach gegenüber der HARKE richtig: „Der Reifen war nicht etwa abgefahren, das wurde uns auch von der Polizei bestätigt.“ Stabach betont, dass die Firma großen Wert auf den Zustand und die Wartung ihrer Fahrzeuge lege. Der Schaden rührte offenbar von einer Scherbe, die die Karkasse, also das tragende Gerüst im Gummireifen, beschädigte; die Firma RHT fährt bereits seit Jahrzehnten regelmäßig Rohscherben im Auftrag des Glasunternehmens Ardagh.

Zudem weist Stabach darauf hin, dass für das Nichtanschnallen des Fahrers nicht etwa ein Bußgeld erhoben worden sei, sondern ein Verwarngeld. So oder so: Das Versäumnis kostete 30 Euro.

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Erstellt:
7. September 2020, 12:28 Uhr
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