Das Elternhaus des im Alter von 20 Jahren im Deutschen Alpenkorps gefallenen Georg Koopmann. Foto: Heimatverein Eystrup

Das Elternhaus des im Alter von 20 Jahren im Deutschen Alpenkorps gefallenen Georg Koopmann. Foto: Heimatverein Eystrup

Eystrup 10.11.2019 Von Horst Achtermann

Mit 20 Jahren im Schützengraben gestorben

Poesiealbum aus dem Besitz des Heimatvereins erinnert an den ehemaligen Eystruper Georg Koopmann

Ein altes Poesiealbum aus dem Konfirmandenjahrgang 1905 ist auf Umwegen in den Besitz des Heimatvereins Eystrup gelangt. Wie Gerhard Grönke berichtet, ist eine findige Mitarbeiterin des Standesamtes Hamburg-Harburg auf die Adresse des Heimatvereins gestoßen. Das Büchlein gehörte dem ehemaligen Eystruper Georg Koopmann. „Sein Name findet sich auf dem Eystruper Ehrenmal der Gefallenen von 1915“, so Grönke.

Aufgewachsen in seinem Heimatdorf Eystrup, diente Georg Koopmann der Armee des Kaisers im Deutschen Alpenkorps, der ersten deutschen Gebirgstruppe.

Einige seiner Daten und den kriegsgeschichtlichen Hintergrund hat Gerhard Grönke recherchiert.

Georg Friedrich Konrad


Koopmann ist am 21. August 1894 in Eystrup, Hausnummer 113, heute Doenhauser Straße, geboren. Gefallen im Schützengraben am Col di Lana am 19. Juli 1915 im Alter von 20 Jahren, zehn Monaten und 18 Tagen, unverehelichter Haussohn in Eystrup. Sein Vater war der Schuhmachermeister Hermann Koopmann, seine Schwester Friederike „Frieda“ Koopmann lebte zuletzt im väterlichen Haus und ist der älteren Generation in Eystrup noch gut in Erinnerung. Das Haus stand in der Doenhauser Straße auf dem Grundstück Nr. 5. Heute befinde sich dort eine Stadtvilla.

Seite 2 aus dem Poesiealbum. Foto: Grönke

Seite 2 aus dem Poesiealbum. Foto: Grönke

Von den Koopmanns ist leider nichts mehr übrig geblieben, bis auf Schwester Frieda, die dort bis zu ihrem Tode lebte. Regelmäßig sah man sie zu Kochs Milchgeschäft gehen, um dort Lebensmittel einzukaufen. Gleichfalls lebte der Schwager J.W. August Weber in dem Haus, Werkmeister in der Schmiede und Maschinenschlosserei Hinrich Harms in Eystrup und aus Mahlen stammend. Dort ist er für das Jahr 1936 unter Mahlen Nr. 14 als „Geschäftsführer“ im Adressbuch verzeichnet. 1964 ist er unter der Adresse Eystrup Nr. 113, Georg Koopmanns Elternhaus auf der heutigen Doenhauser Straße Nummer 5, zu erreichen.

Zwölf italienische Infanterie- und 14 Alpin-Kompanien unternahmen 1915/1916 immer wieder verlustreiche Versuche, den zuerst vom Deutschen Alpenkorps und dann von den Österreichern besetzten Gipfel Col di Lana zu stürmen, wobei allein durch Lawinen 278 Italiener ums Leben kamen.

Gute Wünsche in Sütterlin. Foto: Grönke

Gute Wünsche in Sütterlin. Foto: Grönke

Nicht nur deshalb bekam der Berg von den Italienern den Namen „Col di Sangue“ – übersetzt „Blutberg“. Die italienische Armee versuchte wie alle anderen kriegführenden Parteien des Ersten Weltkrieges, durch den Einsatz vieler Soldaten den Gipfel zu erobern, wobei große Verluste in Kauf genommen wurden.

Nach Friedas Tod erwarb der ehemalige Hausmeister der Eystruper Schule, Friedel Dunker, das Haus. Später weiterverkauft, schließlich unbewohnt verfiel das Anwesen und wurde abgerissen.

Gerhard Grönke hat ein altes Bild des Koopmannschen Elternhauses im Archiv der Geschichtswerkstatt gefunden.

„Horst Müller-Kuntzer hat die vielen Bilder, die uns Eystruper Bürgerinnen und Bürger seit Aufnahme unserer Tätigkeiten (April 2016) als Geschichtswerkstatt lieferten, archiviert“, so Gerhard Grönke, nur so sei es möglich, vieles aus vergangener Zeit aufzuarbeiten und daran zu erinnern.

Wünsche vom Großvater. Foto: Grönke

Wünsche vom Großvater. Foto: Grönke

Das Poesiealbum mit der zweiten Seite und eine Transkription von Gerhard Grönke (in jetziger Schrift) einer Seite des Großvaters geben einen kleinen Einblick in die damalige Zeit.

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Erstellt:
10. November 2019, 12:20 Uhr
Lesedauer:
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