Das Amtsgericht Nienburg hat einen 39-Jährigen zu drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Paul Hill/Fotolia

Das Amtsgericht Nienburg hat einen 39-Jährigen zu drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Paul Hill/Fotolia

Nienburg 13.04.2019 Von Andreas Wetzel

Mit Diebstählen Heroinsucht finanziert

Amtsgericht Nienburg verurteilt 39-Jährigen zu drei Monaten Freiheitsstrafe

Ein 39-jähriger Nienburger, der derzeit in einer Justizvollzugsanstalt einsitzt, wurde jetzt vom Amtsgericht Nienburg wegen vierfachen Ladendiebstahls und zweifachen Schwarzfahrens mit der Bahn zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt. Er hatte im November 2018 insgesamt viermal in einem großen Supermarkt in Nienburg hochwertige Spirituosen entwendet und war im Mai und Juni 2018 zweimal mit der Bahn von Nienburg nach Bremen gefahren, ohne den Fahrpreis zu bezahlen. In der Hauptverhandlung wurde noch eine weitere Anklage zu Tage gefördert – ein Ladendiebstahl in einem anderen Supermarkt in Nienburg. Der Angeklagte gab die Taten zu und begründete sie mit seiner damaligen Drogensucht. Er habe die Diebstähle zur Beschaffung von Geld begangen, um sich Heroin kaufen zu können. Mit der Bahn sei er schwarzgefahren, um nach Bremen zur Substitution zu kommen.

Da der Angeklagte bereits im Juni 2018 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde und darüber hinaus die Bewährung einer vorhergehenden Freiheitsstrafe von acht Monaten widerrufen wurde, muss er derzeit seit Januar eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten in einer Justizvollzugsanstalt verbüßen. Dabei habe er die Einsicht gewonnen, von seiner Drogensucht wegzukommen und bereits erste therapeutische Maßnahmen in Angriff genommen. Er will noch während seines Aufenthaltes in der Justizvollzugsanstalt eine Entzugstherapie beginnen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Angeklagten jeweils zwei Monate Freiheitsstrafe für die Diebstähle und je einen Monat für das Schwarzfahren. Sie zog die Einzelstrafen zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten zusammen. Die Verteidigung schloss sich dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft an und hielt diese Strafe für angemessen, beantragte aber darüber hinaus die gerichtliche Anordnung einer Drogentherapie. Das Gericht verurteilte ihn schließlich zu drei Monaten Freiheitsstrafe. Im Hinblick auf die Tatsache, dass die Haft für die therapeutischen Maßnahmen genutzt werden könne, müsse für den Angeklagten auch ein Ende der Freiheitsstrafe absehbar sein. Allerdings konnte die Strafe auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

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Erstellt:
13. April 2019, 05:11 Uhr
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