Der Angeklagte wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilt. Paul Hill/Fotolia

Der Angeklagte wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilt. Paul Hill/Fotolia

Nienburg 09.05.2019 Von Andreas Wetzel

Mit Drogen, Geld und Messer erwischt

23-Jähriger bekommt Bewährungsstrafe

Ein 23-jähriger Nienburger musste sich jetzt vor dem Schöffengericht verantworten, weil er im Mai 2018 von einer Polizeistreife festgenommen wurde. Bei dieser Festnahme führte er einen Rucksack, in dem sich 173,6 Gramm Marihuana sowie 660 Euro Bargeld und eine Feinwaage befanden, mit. Das Marihuana war bereits verkaufsfertig portioniert. Was dem Angeklagten allerdings beinahe zum Verhängnis wurde, war ein mitgeführtes Einhandmesser, welches als gefährlicher Gegenstand zur Verteidigung angesehen wurde und in die Anklage einfloss. Der Angeklagte wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilt.

In der Hauptverhandlung wurde die Anklage der Staatsanwaltschaft vorgetragen. Im vorliegenden Fall führte der Angeklagte eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel mit sich und diesen gefährlichen Gegenstand. Das Mitführen eines solchen gefährlichen Gegenstandes zur Verteidigung hätte zu einer Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren geführt.

Letztlich wurde ein minder schwerer Fall angenommen, der zu einer Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten geführt hätte. Strafverschärfend wirkte sich allerdings wiederum aus, dass er eine nicht geringe Menge bei sich führte und daher von einem Verbrechen ausgegangen wurde und eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr vorgesehen ist.

In der Gerichtsverhandlung ließ sich der Angeklagte über seinen Pflichtverteidiger Brauer ein. Der 23-Jährige ließ erklären, dass er die Tat vorbehaltlos einräume. Zu der Zeit habe er weder Leistung vom Sozialamt oder vom Jobcenter bezogen noch Einkünfte durch Arbeit gehabt, sodass er völlig mittellos war und von seiner Mutter unterstützt werden musste.

Er war kurz zuvor zu einer Geldstrafe verurteilt worden.Wegen Diebstahls und mit dem Verkauf der Drogen wollte er die Geldstrafe bezahlen.

Auf Frage der Staatsanwaltschaft erklärte er, dass er auf die Herausgabe der von der Polizei sichergestellten Gegenstände wie des Bargeldes, des Smartphones, einer Feinwaage und der Drogen verzichtete. Die Staatsanwaltschaft nahm den Verzicht an.

Entscheidend war die Frage, wie der Angeklagte zu bestrafen sei. Strafmildernd wirkte sich das umfassende Geständnis aus, strafverschärfend, dass er bereits sieben Vorverurteilungen aufwies.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, der Verteidiger plädierte ebenfalls auf eine mildere Strafe, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.

Das Schöffengericht verurteilte den 23-Jährigen schließlich zu der von der Staatsanwaltschaft beantragten Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten und setzte die Strafe für zwei Jahre zu Bewährung aus. In dieser Zeit wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Darüber hinaus muss der Angeklagte binnen drei Monaten 160 Stunden Sozialarbeit ableisten. Auf Wunsch des Angeklagten ordnete das Gericht den Nachweis der Drogenabstinenz über eine monatliche Urinprobe an. Noch im Gerichtssaal nahm der Angeklagte das Urteil an.

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Erstellt:
9. Mai 2019, 08:16 Uhr
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